Seitwärts – Stigma der Rezession vorerst gebannt

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Die Aktienmärkte standen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der
Konjunkturnachrichten. So ging die Konsumnachfrage der privaten
Haushalte in den USA im Dezember zurück. Allerdings sind es immer noch
wenig Zahlen, die den verbreiteten Konjunkturängsten Nahrung geben. In
Deutschland konzentrierte sich alles auf die Wachstumszahlen aus dem
vierten Quartal 2018. Zwar fiel das Ergebnis mit einem Nullwachstum
gegenüber dem Vorquartal mager aus, gleichwohl wurde immerhin das
Stigma der Rezession – zwei negative Quartale in Folge – vermieden.
Insgesamt fehlt es für dieses Jahr an einem klaren wirtschaftlichen Trend,
weswegen es auch an den Märkten eher bei einer Seitwärtsbewegung
bleiben sollte. Das gilt auch für die Zinsen, die fest an der Nulllinie kleben.
Ifo Geschäftsklima im Blickpunkt
Die Konjunktur bestimmt auch die Ereignisse in der bevorstehenden
Börsenwoche. Die Stimmung bei den europäischen Unternehmen hat sich
schon seit einiger Zeit deutlich verschlechtert. Es gibt vorsichtige Anzeichen
einer Bodenbildung bei den Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Februar,
aber für viel mehr dürfte es nicht reichen, denn die Unsicherheitsfaktoren
für die europäische Wirtschaft sind nach wie vor zahlreich. Das trifft auch
auf die deutschen Unternehmen zu, daher sollte das deutsche ifo
Geschäftsklima im Februar nochmals leicht nachgeben. In den USA werden
die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung hoffentlich darüber
Aufschluss geben, warum die US-Notenbank ihre Kommunikation seit der
letzten Zinserhöhung Mitte Dezember vergangenen Jahres so drastisch
aufgeweicht hat, dass die Märkte jetzt sogar Zinssenkungen erwarten.

Kreis-und Stadtsparkasse Kaufbeuren
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