Der Dreh an der Zinsschraube

Frankfurt, 21. Oktober 2022

 

Am Aktienmarkt konnte der Leitindex Dax zu Beginn der abgelaufenen Börsenwoche seine Zugewinne aus der Vorwoche noch etwas ausbauen, bevor er diese dann teilweise wieder abgab. Den Hintergrund für die zwischenzeitliche Kurserholung bildeten Hoffnungen, dass sich die Inflation etwas beruhigen würde. Dies ist jedoch nur in Teilbereichen des Preisgeschehens der Fall. Nachdem die internationalen Produktions- und Transportketten wieder besser funktionieren, geht auch der Preisdruck bei Vorprodukten tatsächlich zurück. Noch nicht vorbei ist jedoch die Überwälzung der stark erhöhten Energiepreise. Insofern sind Hoffnungen der Börsianer auf ein Abflauen des geldpolitischen Gegenwindes verfrüht. Im Gegenteil: Immer mehr Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Notenbanken weiter an der Zinsschraube drehen müssen, um ihrem Auftrag gerecht zu werden, wieder für niedrigere Inflationsraten zu sorgen. Erneut turbulent ging es an den britischen Finanzmärkten zu. Doch selbst nach der Rücknahme der Steuersenkungen und dem Rücktritt der Regierung fehlt es im britischen Staatshaushalt an viel Geld. Das steht im Gegensatz zu den Versprechungen der Brexit-Befürworter, die den Eindruck erweckten, nach dem Austritt aus der Europäischen Union wäre genug für die staatlichen Aufgaben da. Nun erweist sich, dass weniger die Beiträge zum EU-Haushalt als eher eine geringe Produktivität der britischen Wirtschaft das Problem darstellen. Selbst gegenüber dem schwächelnden Euro hat das britische Pfund in den vergangenen Wochen an Wert verloren.

 

 

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Den Weitblick auch beim Sparen haben

Sparkasse Kaufbeuren bietet zum Weltspartag am 28. Oktober ein abwechslungsreiches Programm

Sparen hat eine lange Tradition. Bereits in der Antike verwendeten Römer und Griechen Behälter mit einem Schlitz zur Münzaufbewahrung. Heute haben sich zwar die Sparformen hin zum Girokonto verändert, der Spargedanke ist aber derselbe geblieben. Dass sich gerade in der heutigen Zeit Weitblick beim Sparen lohnt, soll der diesjährige Weltspartag in den Vordergrund rücken. Deshalb lädt die Sparkasse Kaufbeuren an den Weltspartagen vom 28. Oktober bis 2. November bereits ihre jüngsten Kund:innen in die Geschäftsstellen ein, um Ihr Erspartes einzuzahlen und sich ein Weltspartags-Präsent zu sichern.

Tolle Aktionen für Groß und Klein

Außerdem wird den Besucher:innen an den Aktionstagen ein buntes Programm geboten: Am Freitag, den 28. Oktober, verzaubert Magic Martin unter dem Motto „Simsala Fun – Zauberkunst mit allem Drum und Dran“ Groß und Klein von 14 bis 16 Uhr im S-Forum der Hauptstelle, Ludwigstraße 26, in einer mitreißenden Zaubershow, Luftballonfiguren inklusive. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Nach der Einzahlung am Schalter haben die Kinder zudem die Möglichkeit, sich eine Holzspardose mitzunehmen (solange der Vorrat reicht) und diese im Rahmen des Gewinnspiels „Spardosen bemalen Dahoam“ zuhause bunt anzumalen. Zur Teilnahme am Gewinnspiel können die Eltern Fotos der Spardose und der zugehörigen Teilnahmekarte im Flyer bis 15. November per Mail an events@sparkasse-kaufbeuren.de schicken. Als Hauptpreis erhält der oder die Erstplatzierte einen Wertgutschein für den Skyline Park Allgäu. Außerdem wird das diesjährige Weltspartagskuscheltier, der Drache Tori, in XXL-Ausführung verlost.

Auch für die Eltern wartet die Sparkasse Kaufbeuren mit interessanten Weltspartagsprodukten und Sparmöglichkeiten auf. Alle Informationen zu den Aktionen und Sonderprodukten finden Sie unter: www.sparkasse-kaufbeuren.de/weltspartag.

Inflationsdaten beleben den Markt

Frankfurt, 14. Oktober 2022

 

Starke Aktienkursschwankungen standen vergangene Woche erneut auf der Tagesordnung. Nachdem der deutsche Leitindex DAX zu Beginn der Woche vor dem Hintergrund einer weltweiten Rezessionsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) geschwächelt hatte, erholte er sich schlagartig wieder. Zwar zeigten die neuesten Inflationsdaten aus den USA nur einen leichten Rückgang, allerdings war es der dritte Rückgang in Folge. An den Märkten wurde dies so interpretiert, dass bei der Inflation das Schlimmste vorüber ist. Der IWF hat Recht mit seiner Aussage, dass gegenwärtig die großen Zentren der Weltwirtschaft schwächeln. In Europa ist es die Energiekrise, in den USA sind es die rapide gestiegenen Zinsen und in China die Immobilienkrise, die auf der Konjunktur lasten. Allerdings haben die fortlaufenden Rezessionsprognosen, die in diesen Wochen veröffentlicht werden, zunehmend geringere Wirkungen auf die Märkte. Dort ist mittlerweile eine erhebliche Abschwächung der Konjunktur in die Kurse eingearbeitet. Dabei spielt die deutsche Debatte um die Gaspreisbremse an den Finanzmärkten kaum eine Rolle. Am ehesten unterstützte sie den anhaltenden Anstieg der Renditen für Bundesanleihen. Das kommt daher, dass die zusätzlichen Ausgaben, die je nach Ausgestaltung in den kommenden drei Jahren insgesamt zwischen 100 und 200 Milliarden Euro liegen dürften, zu einer erhöhten Kreditaufnahme des Bundes führen. Anscheinend haben sich die Finanzmärkte aber nun mit der Perspektive einer schwachen Konjunktur bei höheren Zinsen arrangiert. Jetzt heißt es abwarten, ob es tatsächlich so kommt.

 

 

 

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Noch keine Entwarnung

Frankfurt, 07. Oktober 2022

Vordergründig kam in dieser Woche Schwung auf am Aktienmarkt, nachdem der Dax gleich zu Wochenbeginn mehr als fünf Prozent zulegte. Leider gab es keine wirklich neuen Themen, die eine nachhaltige Aufwärtsbewegung unterstützen würden. Wie so oft waren es angesichts düsterer Konjunkturperspektiven Hoffnungen auf ein Ende von Zinssteigerungen, die den Aktienmarkt trieben. Das reicht natürlich für eine Trendumkehr nicht aus, zumal diese Hoffnungen auf wackeligen Beinen stehen, solange die Inflationsentwicklung sich nicht klar beruhigt. Danach sieht es aber zumindest bis zum Jahresende noch nicht aus, wenngleich es erste Anzeichen dafür gibt, dass das Inflationsfeuer weniger Nahrung erhält. Die viel zitierten Lieferkettenprobleme in der Weltwirtschaft gehen kontinuierlich zurück. Die Transportkosten sind bereits wieder deutlich gefallen. Das Gleiche gilt auch für den Rohölpreis sowie für andere Rohstoffpreise. All das hat zur Folge, dass der Preisdruck auf den Vorstufen der Verbraucherpreise nachlässt. Selbst die Erdgaspreise hatten zuletzt im Primärhandel nachgegeben. Allerdings stehen die Versorgungsunsicherheiten in den kommenden Monaten weiterhin vor einer nachhaltigen Beruhigung des Preisgeschehens. Die ersten Verbrauchsdaten der privaten Haushalte in der gerade begonnenen Heizsaison weisen noch keine Einsparungen aus. Das Verbrauchsverhalten lässt sich jedoch erst in einigen Wochen zuverlässig beurteilen, und selbst dann kommt es immer noch auf die Wetterlage an, wie hoch der Gas- und Strom-Verbrauch ausfallen wird. So wird es noch eine Weile dauern, bis auch an den Aktienmärkten Entwarnung gegeben werden kann, und bis dahin werden auch größere Kursschwankungen weiter an der Tagesordnung bleiben.

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Politische Schocktherapie

Frankfurt, 30. September 2022

Die zurückliegende Woche war nichts für schwache Nerven. Die Rentenmärkte haben den erwarteten Wahlsieg des rechten Bündnisses in Italien noch relativ gut weggesteckt. Quasi aus dem Nichts gab es jedoch einen Schock auf den britischen Inseln. Die Ankündigung der neuen britischen Regierung eines riesigen Wachstumspakets wurde an den Finanzmärkten gleichgesetzt mit höherer Inflation und anspringender Staatsverschuldung: Umgehend rutschte das britische Pfund ab und die Anleiherenditen stiegen stark an. Die Auswirkung war so groß, dass sich die Bank of England zur Wahrung der Finanzmarktstabilität genötigt sah und massiv intervenierte. Sie hat in den vergangenen Tagen in großem Umfang langlaufende britische Staatsanleihen gekauft und damit die Renditen wieder nach unten gedrückt.

Die Defekte an den Gasleitungen in der Ostsee schockierten insoweit, als dass Angriffe auf die kritische Infrastruktur Westeuropas in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Die möglichen drohenden Engpässe bei der Energieversorgung und hohen Preise haben die deutsche Bundesregierung dazu bewogen, eine Gaspreisbremse einzuführen. Bis zu 200 Mrd. Euro sollen für die Entlastung der Haushalte und Unternehmen bereitstehen. Große finanzpolitische Ausgabenprogramme und Steuersenkungen stützen die Nachfrage der privaten Haushalte und wirken sich tendenziell preistreibend aus. Dies erschwert die notwendige Inflationsbekämpfung der Notenbanken.

Die politische Schocktherapie und schwache Konjunkturdaten haben erst einmal dazu geführt, dass Rezessionssorgen in der Marktwahrnehmung mögliche Inflationsängste überwogen. Dies lastete auf den Aktienmärkten. Der Deutsche Aktienindex DAX fiel auf ein neues Jahrestief unter 12.000 Punkte. Da mutete das lange und laute Glockeläuten beim Börsengang des deutschen Sportwagenherstellers fast wie das Pfeifen im Walde an.

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Konsequent gegen die Inflation

Frankfurt, 23. September 2022

 

Inflation ist für die Konjunktur nicht schmerzfrei zu beheben. Mit einem nächsten Jumbo-Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkten verdeutlichte die Fed in dieser Woche, dass Inflationseindämmung vor Konjunkturrücksicht geht. Zwar blieb das Schockszenario einer Erhöhung um einen Prozentpunkt aus, trotzdem aber sind nun im kommenden Jahr in den USA Zinsen von über vier Prozent möglich. Damit erobern sich die Notenbanken an den Finanzmärkten Schritt für Schritt die Glaubwürdigkeit zurück. Diese hatten sie nach den zögerlichen Reaktionen im vergangenen Jahr verloren. Die große Frage an den Finanzmärkten lautet allerdings nun, ob die US-Konjunktur diesen Zinskurs ohne größere Schieflage übersteht. Gleiches gilt auch für den Euroraum, denn der Zinsschritt in den USA zeigt auch der Europäischen Zentralbank, wo es langgeht. Auch hierzulande werden die Zinsen weiter steigen, ebenso wie in vielen anderen Währungsräumen, denn die Inflation ist ein globales Phänomen. Die Aktienmärkte mussten diese konsequente Fortsetzung des Anti-Inflationskurses der Notenbanken erst einmal verdauen. Der Dax gab weiter nach, ohne dass es jedoch zu einem ausgeprägten Kursrutsch kam. Das gegenwärtige Umfeld wird auch in den kommenden Monaten anhalten. Erst nächstes Jahr werden die Notenbanken überprüfen, ob die bislang eingeleiteten Maßnahmen ausreichend sind, um die Inflation mittelfristig wieder zu bändigen. Sobald das Ende der Zinstreppe absehbar ist, dürften die Aktienmärkte auch wieder Impulse nach oben erhalten. Gleiches gilt für Anleihen. Sie sind nach dem stärksten Zinsanstieg seit Jahrzehnten wieder deutlich attraktiver geworden. Hier schauen die Marktteilnehmer noch sehr stark auf die Entwicklung der Bonität der Anleiheschuldner. Sollten sich die Konjunkturperspektiven wieder stabilisieren, stehen auch in diesem Marktsegment die Ampeln wieder auf grün.

 

 

 

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Kalte Dusche für die Börsianer

Frankfurt, 16. September 2022

Der Dax erlebte in den letzten Tagen eine Achterbahnfahrt. Mit etwa 13.000 Punkten in die Woche gestartet, legte er zur Wochenmitte um 500 Punkte zu, gab diese Gewinne jedoch schlagartig wieder ab. Der Grund für den plötzlichen Rückschlag lag in neuen Inflationszahlen aus den USA, die sich als kalte Dusche für die Börsianer entpuppten. Zwar sank die Inflationsrate leicht auf 8,5 Prozent, jedoch war der Rückgang geringer ausgefallen als die Inflationsbeobachter erwartet hatten. Allgemein wurde diese negative Überraschung so interpretiert, dass das Inflationsproblem eben doch hartnäckiger ist, als viele und insbesondere die Zentralbanken bislang wahrhaben wollten. Damit gerät auch die bisherige Annahme einer „weichen Landung“ der US-Wirtschaft, also die Vermeidung einer Rezession, ins Wanken. Wenn die noch immer zu hohen Inflationserwartungen in der Volkswirtschaft nur durch eine tiefe Rezession zu brechen wären, dann trübt sich der Konjunkturausblick für die gesamte Weltwirtschaft erheblich ein. Dies erklärt die starke negative Reaktion der Aktienmärkte auf eine einzige Wirtschaftszahl. Näheren Aufschluss darüber, wie es weitergeht, erwarten sich die Marktteilnehmer von der nächsten Notenbanksitzung der US-Zentralbank Fed. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Notenbanker Entwarnung geben, indem sie die geldpolitischen Zinsen wieder lockern. Das bedeutet, dass die bisherigen Zinssteigerungen bis auf Weiteres bestehen bleiben und sich sogar noch fortsetzen sollten. Dies gilt nicht nur für die USA, sondern auch für den Euroraum.

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Inflationsbekämpfung steht im Vordergrund

Frankfurt, 09. September 2022

 

Nach ihrem Spätstart nimmt die Europäische Zentralbank (EZB) Fahrt auf. Die Zinsen steigen weiter, und sie steigen stärker als erwartet. Zuletzt hatte sich die Datenlage zwar nicht mehr verschlechtert, aber die hohen Inflationsraten dauern bereits zu lange an. Das erhöht die Gefahr der Verfestigung. Vor diesem Hintergrund entschied sich die EZB für einen großen Zinsschritt von einem dreiviertel Prozentpunkt auf 0,75 Prozent bei dem derzeit als Leitzins geltenden Einlagensatz. Die begleitenden Aussagen lauteten, dass auch das Ende der Zinstreppe höher ausfallen könnte, als die Marktteilnehmer bislang erwartet hatten. Ein europäischer Leitzins von 2,5 Prozent im kommenden Jahr wird nun von vielen Analysten für wahrscheinlich gehalten. Für die Preisstabilität im Euroraum sind dies gute Nachrichten, denn sie zeigen eine eindeutig auf die Inflationsbekämpfung ausgerichtete Geldpolitik. Auch auf dem Parkett wurde das beherzte Handeln der EZB positiv aufgenommen. Der Euro legte gegenüber dem US-Dollar um einen Cent zu. Die Aktienmärkte reagierten nur kurzfristig irritiert, erholten sich allerdings schnell wieder. Lediglich an den Anleihemärkten gab es Kursverluste. Aber auch Anleihen sind auf ihrem Weg zu einer wieder höheren Attraktivität für die Anleger einen großen Schritt weitergekommen.

 

Die Geldpolitik hat sich nun auf einen Kurs zur Stabilisierung des Geldwerts begeben. Gleichzeitig bemüht sich die Finanzpolitik im Euroraum um eine Stabilisierung der Konjunkturentwicklung. Trotzdem werden insbesondere die Aktienmärkte in den kommenden Monaten eine abwartende Haltung einnehmen und genau beobachten, wie sich die Energiekrise in den Wintermonaten auf die Entwicklung von Wirtschaft und Unternehmensgewinne auswirken wird.

 

 

 

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Zinsanstieg verfestigt sich

Frankfurt, 02. September 2022

 

Auch in der abgelaufenen Börsenwoche bleibt die Inflation an den Finanzmärkten das beherrschende Thema. Die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks machen immer stärker deutlich, dass aus ihrer Sicht mit den Inflationszahlen nicht zu spaßen ist. So mehrten sich jetzt die Stimmen aus dem europäischen Zentralbankrat, die bei der kommenden Sitzung im September eine Anhebung der Leitzinsen im Euroraum um drei viertel Prozentpunkte fordern. Angesichts des enormen öffentlichen Drucks, der mittlerweile von der ausufernden Teuerung ausgeht, gehen den Tauben im Zentralbankrat, also den Mitgliedern, die traditionell eher für eine laxere Geldpolitik plädieren, die Argumente aus.

 

Die Zinsen sind also zurückgekommen, um zu bleiben. Sie steigen wohl eher ein wenig mehr als viele Finanzmarktteilnehmer erhofft hatten. Diese enttäuschten Hoffnungen waren es, die an den Aktienmärkten nach der Zwischenerholung im August nun wieder zu deutlichen Korrekturen nach unten führten. Zusätzlich tragen die Unsicherheiten über die Konjunktur im Winter zu der gegenwärtigen schlechten Stimmung an den Börsen bei.

 

Das eröffnet allerdings auch wieder neue Potenziale. Denn es bleibt ja dabei, dass etwa an den Aktienmärkten europäische Unternehmenswerte im historischen Vergleich bereits wieder niedrig bewertet sind und die Dividenden üppig fließen. Bislang sind die meisten Unternehmen mit der Inflation gut fertig geworden, wie die aktuellen Berichte über das zweite Quartal belegen. Auch nehmen die Lieferkettenprobleme nun schneller ab als noch vor kurzem erwartet. In dem gegenwärtigen Stimmungsmix aus Zins- und Konjunkturängsten ist durchaus noch mit der einen oder anderen Schwächephase bei Aktien zu rechnen. Für den langfristig orientierten Anleger sind solche Phasen jedoch interessante Kaufgelegenheiten, denn sie sind oftmals der Grundstein für gute Renditen auf Jahre hinaus.

 

 

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Stimmung im Keller

 

Frankfurt, 26. August 2022

 

Die Gaspreise in Europa sind seit vergangener Woche nochmals kräftig angestiegen und mit ihnen die Inflationserwartungen und Rezessionssorgen. Die Finanzmarktteilnehmer preisten dies entsprechend ein, was zu Renditeanstiegen bei Staatsanleihen und Kursrückgängen an den Aktienmärkten führte. Auch auf dem Euro lastet die europäische Energiekrise schwer, der Euro-Wechselkurs zum US-Dollar rutschte Anfang der zurückliegenden Woche unter die Parität. In diesem Umfeld hoher Inflation und magerer Wachstumsperspektiven sinkt auch die Stimmung der Unternehmen weiter in den Keller. So gingen in Euroland die Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und die Dienstleister abermals zurück, beide liegen im Rezessionsbereich. Diese Schwäche resultiert im Wesentlichen aus den Schwergewichten Frankreich und Deutschland. Auch die weiter nach vorne blickenden ifo-Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen signalisieren eine Rezession.

 

Kein Wunder, denn hierzulande schwindet die Widerstandskraft der Volkswirtschaft zunehmend. Zum einen schmälert die hohe Inflation die Kaufkraft und die Kauflaune, zum anderen belasten die Vorbereitungen auf einen möglichen Gas-Engpass im Winter. Diese reichen vom Einsatz teurer Energieträger bis hin zu selbstgewählten Drosselung energieintensiver Produktionsprozesse. Deutsche Unternehmen berichten von einer rückläufigen Nachfrage, die sich durch Stornierungen und Auftragsverschiebungen bemerkbar macht. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte somit schon im dritten Quartal schrumpfen. Vor diesem Hintergrund muss der Euro wohl auf bessere Zeiten warten, bevor er sich gegenüber dem US-Dollar wieder sichtlich behaupten kann.

 

Nächste Woche werden zwei makroökonomische Indikatoren gemeldet, welchen die Notenbanker besondere Beachtung schenken: die Euroland-Inflationsdaten sowie der US-Arbeitsmarktbericht. Während Erstere die Leitzinserhöhungen der EZB weiterhin mehr als rechtfertigen dürften, wird Letzterer zeigen, inwieweit die im Vergleich zu Euroland deutlich höheren US-Zinsen bereits ihre Bremsspuren in der US-Wirtschaft hinterlassen.

 

 

 

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