Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Politikchaos ohne Einflüsse auf die Märkte

Frankfurt, 15. März 2019

Wer will was im politischen Chaosbetrieb in London? Für das britische
Unterhaus ist bloß eine Sache klar, die aber an den Finanzmärkten die
einzig wichtige Botschaft ist: Es gibt keinen Brexit ohne Austrittsvertrag.
Damit bestätigte sich, was an den Märkten in den vergangenen Wochen
schon zunehmend in den Kursen eingepreist wurde. Insbesondere an der
Aufwertung des britischen Pfundes konnte dies abgelesen werden. Wie es
nun genau mit den Austrittsbemühungen der Briten weitergeht, ist für die
Wertpapierkurse nicht mehr so wichtig. An einer anderen Politikfront
dagegen gab es keine Fortschritte. Im Handelsstreit zwischen den USA und
China wurden die Entscheidungsfristen verlängert. Zwar gibt es erst einmal
keine Zollerhöhungen seitens der USA gegenüber chinesischen Importen,
eine Einigung ist aber noch weit entfernt. Die Finanzmärkte nahmen es
gelassen: Aktien und Anleihen beenden die Woche leicht erholt.

Brexit: Eine Frage des Wann …

Der Alptraum geht weiter: Theresa May wird die EU um eine Verlängerung
der Austrittsfrist über den 29. März hinaus bitten. Bis spätestens 20. März
will die britische Regierung den ‚May-Deal‘ dem Parlament zur dritten
Abstimmung vorlegen. Wird ihr ‚Deal‘ angenommen, strebt May eine
Verschiebung des Austritts bis zum 30. Juni an. Andernfalls will sie um eine
längere Verschiebung bitten. In der kommenden Woche werden die
Marktteilnehmer jedoch mehr auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank
(Fed) schauen und wie diese die wirtschaftliche Lage in den USA bewertet.
Ein Indiz zur europäischen Stimmung in der Wirtschaft liefern am Freitag
die Einkaufsmanagerindizes. Hier erhoffen sich die Beobachter Antwort auf
die Frage, ob es mit den negativen Konjunkturnachrichten langsam ein
Ende hat.

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Volkswirtschaft Kurzinformation Vereinigtest Königreich:

Brexit – Zeit wird knapp

Brexit-Deal: Worum geht es eigentlich?

Das Vereinigte Königreich (United Kingdom, UK) will am 29. März die Europäische Union (EU) und damit den europäischen Bin-
nenmarkt verlassen. Da der grenzüberschreitende Handel ohne Binnenmarkt und Zugehörigkeit zu einem Wirtschaftsraum wie
EFTA oder EWR umfangreiche Handelsabkommen erfordert, haben sich die britische Regierung und die EU zunächst auf Regeln
geeinigt, die unmittelbar nach dem EU-Austritt bis zum Abschluss eines solchen Handelsabkommens gelten sollten. Die Regeln
(der „Deal“) sehen vor, dass in dieser Übergangszeit vorerst alles beim Alten bleibt, UK also weiterhin die Handelsgesetzgebung
und die Außenzölle der Europäischen Union beibehält. Das soll danach zu großen Teilen im Rahmen einer Zollunion auch so blei-
ben, sofern nach zwei (mit Verlängerungsoption bis zu vier) Jahren keine für beide Seiten befriedigende Einigung auf ein Han-
delsabkommen zustande gekommen ist – diese Vereinbarung wird „Backstop“ genannt. Dieser Backstop ist der Grund, warum
der Deal bei vielen britischen Abgeordneten auf Widerstand stößt. Denn es wird nicht einfach sein, die Probleme einer Außen-
grenze auf der irischen Insel für beide Seiten befriedigend zu lösen. Schließlich hat man in Irland zur Beendigung eines jahrelan-
gen Bürgerkrieges die Abschaffung einer fühlbaren Grenze zwischen dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland
und dem EU-Mitglied Irland verbindlich zugesagt. Wenn die Briten eigene Handelsgesetze machen wollen, dann muss geklärt
werden, wie auf der irischen Insel die EU-Gesetze (in Irland) und die neuen britischen Regelungen (in Nordirland) ohne eine sicht-
bare Grenze nebeneinander Bestand haben können.

Kann eine Neuverhandlung für einen breit akzeptierten, veränderten Deal gelingen?

Diese Bemühung war bisher erfolglos. Auch bei der zweiten Abstimmung am 12. März wurde Premierministerin Mays Deal mit
einer deutlichen Mehrheit im Parlament abgelehnt, und das trotz kurzfristiger Zugeständnisse der EU zum Backstop. Denn letzte-
re werden vom Generalstaatsanwalt Cox als rechtlich nicht binden erachtet. Das Backstop-Dilemma bleibt also ungelöst. Denn
das britische Parlament will einerseits garantiert bekommen, dass es zwischen Nordirland und der Republik Irland keine harte
Grenze geben wird. Andererseits stört es sich an der eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Briten in der derzeit im Backstop
vereinbarten Zollunion. Nachverhandlungen mit der EU zum Backstop scheinen aber aussichtslos.

In einer weiteren Abstimmung am 13. März hat das britische Parlament gegen einen No-Deal-Austritt gestimmt. Dessen Wahr-
scheinlichkeit ist somit geringer geworden, wenngleich er (WTO-Regeln ohne Übergangsphase) als politischer Unfall denkbar
bleibt. Am 14. März hat das Unterhaus schließlich eine Verschiebung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus beschlossen. Das
bedeutet nun, dass May beim EU-Gipfel am 21. März auf jeden Fall eine Brexit-Verschiebung beantragen wird. Deren Dauer und
Begründung hängen jedoch davon ab, wie die nächste (dritte) Abstimmung über den May-Deal in der kommenden Woche aus-
fällt: Wird der Deal angenommen, strebt May eine Verschiebung bis 30. Juni an, um die Brexit-Gesetzgebung und Ratifizierung
abzuschließen. Wird der Deal erneut abgelehnt, will May eine lange Verschiebung über den 30. Juni hinaus beantragen. Gründe
dafür müssten die Briten dann allerdings noch genau definieren.
Die nächste Abstimmung über den Deal soll spätestens am 20. März stattfinden. Diesmal könnte sie, im Gegensatz zu den letz-
ten beiden, knapp ausfallen. Zwar ist Mays Deal nach wie vor unverändert. Allerdings dürften jetzt insbesondere für die Austritts-
befürworter die spieltheoretischen Argumente für die Annahme des Deals stärker zum Tragen kommen. Denn eine lange Ver-
schiebung erfordert nicht nur die unerwünschte Teilnahme an der Europawahl, sondern birgt auch die Drohkulisse, dass der
Brexit im Falle der dann wahrscheinlichen Optionen eines Referendums oder einer Neuwahl sogar komplett abgesagt wird. Mays
Zeitdruck-Strategie könnte somit noch aufgehen. Der Präsident des Europäischen Rats Tusk unterstützt May indirekt dabei, indem
er sich für eine lange Verschiebung einsetzt. Die EU und die EU-Staatschefs haben bisher noch keine einheitliche Position für die
Dauer der Brexit-Verschiebung gefunden. Dies wird Thema beim nächsten EU-Gipfel am 21. März sein.

Was passiert beim No-Deal-Austritt?

Die Wahrscheinlichkeit für den gefürchteten No-Deal-Austritt, in dem UK automatisch ohne einen Vertrag aus der EU herausfällt,
wenn sich das Parlament nicht auf ein Austrittsabkommen einigen kann, ist zwar gering, aber weiterhin höher als Null. Der No-
Deal-Austritt wäre ein „Unfall“ aufgrund der politischen Blockade, die eine rationale Willensbildung verhindert. Er hat viele Di-
mensionen. Europapolitisch wäre er eine Katastrophe. Wie sollen die Verhandlungspartner EU und UK je wieder an einen Tisch
kommen, wenn sich gerade eindrücklich gezeigt hat, dass keine Einigung möglich ist? Der No-Deal-Brexit würde in Europa poli-
tisch viel böses Blut schaffen. Wirtschaftlich gäbe es Chaos: Wegen der geschlossenen Grenzen wären Güter, bspw. Medikamen-
te, nicht verfügbar, Reisepläne wären nicht einzuhalten, in Grenznähe würden chaotische Verkehrslagen auftreten. Die ganze Pa-
lette an Fehlfunktionen würde man erst in der Praxis feststellen. An den Finanzmärkten könnten die Aktienkurse wie auch der
Außenwert des britischen Pfunds in der Größenordnung von zehn Prozent zurückgehen. Renditen von Bundesanleihen würden
nochmals sinken, ebenso der Euro-Dollar-Kurs. Der Goldpreis würde steigen. Notenbanken würden zusätzliche Liquidität bereit-
stellen und überall dort eingreifen, wo die Finanzmarktstabilität angeschlagen erschiene. Das Wachstum in Euroland würde 2019
anstatt 1,3 Prozent weniger als ein Prozent betragen, in UK wäre der Bremseffekt mit etwa vier Prozentpunkten weniger Wachstum deutlich ausgeprägter. Allerdings werden all diese Reaktionen wohl nur vorübergehender Natur sein. Nach einigen Quartalen
dürften sich die britischen und die europäischen Unternehmen und Verbraucher mehr und mehr mit der neuen Situation arrangieren. Neue Produktionsketten würden gelegt, neue Lieferquellen erschlossen, die Geschäftsmodelle angepasst, einige Unter-
nehmen würden aber auch pleitegehen. Das anfängliche Chaos würde zunächst geringer, dann verschwände es. In dieser neuen
Welt würden sich durchaus neue Chancen bieten. Die Finanzmärkte würden recht schnell versuchen, durch diese chaotische Zeit
hindurch zu blicken. Entsprechend würden die anfänglichen scharfen negativen Marktreaktionen gegen Jahresende 2019 wieder
korrigiert werden.

Verschiebung der Austrittsfrist über dem 29. März hinaus wird zum Hauptszenario

Die Verschiebung der Austrittsfrist ist mittlerweile faktisch unumgänglich. Auch bei einer Annahme des May-Deals vor dem 29.
März bräuchte es Zeit für die Ratifizierung des Austrittsabkommens durch die EU und die Brexit-Gesetzgebung in UK. Der No-
Deal-Austritt bleibt als Risikoszenario erhalten. Theoretisch könnte UK sogar kurz vor der Austrittsfrist seine Austrittserklärung
einfach zurückziehen. Dies ist jedoch wegen des Gesichtsverlusts für UK eine sehr unwahrscheinliche Variante. Was die Einschät-
zung aller Szenarien-Wahrscheinlichkeiten angeht, reagieren wir stets wachsam auf die sich häufig ändernde Nachrichtenlage aus
UK. Gegebenenfalls werden wir weitere Anpassungen der Wahrscheinlichkeiten vornehmen.

Perspektiven

Sich in der privaten Vermögensanlage auf eines der Szenarien Deal/No-Deal-Brexit/Ausstieg aus dem Brexit auszurichten, ist ein
reines Glücksspiel. Sicherlich würde ein No-Deal-Brexit für eine Reihe von Monaten die europäischen Aktien und Rentenmärkte
deutlich beeinträchtigen, die Marktschwankungen wären beträchtlich. Da UK jedoch nur einen Anteil von zwei Prozent zur glo-
balen Wirtschaftsleistung beisteuert, bleiben die Dinge im größten Teil der Welt so, wie sie bisher waren. Und damit ist der Brexit
für eine diversifizierte, auf lange Sicht ausgerichtete Vermögensanlage nichts, mit dem man spekulieren sollte. Aus Sicht der De-
kaBank ist der geordnete Austritt – über die Verschiebung des Austrittsdatums über den 29. März hinaus und die Annahme des
(eventuell veränderten) Deals nach weiteren Abstimmungen – weiterhin die wahrscheinlichere Variante. Aber auch der No-Deal-
Brexit ist weiterhin denkbar. Somit bleibt es spannend in einem politischen Drama, das selbst Shakespeare nicht aufregender hät-
te schreiben können.

Herausgeber:

Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater:
DekaBank, Makro Research
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EZB schickt Renditen in den Keller

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Frankfurt, 8. März 2019

Überraschung am Donnerstag beim Zinsentscheid der Europäischen
Zentralbank (EZB): Nicht, dass die Leitzinsen angepasst worden wären.
Jedoch hat die EZB ihre Projektionen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsrate deutlich nach unten korrigiert und geht deshalb auch von einer langsameren Annäherung an das Inflationsziel von 2 Prozent aus. War dies tendenziell so erwartet worden, ließen neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte die Renditen an den Rentenmärkten fallen. Auch der Euro notierte schwächer. Die Konjunktursorgen sind bei den Notenbanken jüngst gestiegen, obwohl die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten keineswegs einheitlich ausgefallen sind. Positiv zu erwähnen sind hier insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Gegenüber der Industrie sieht es bei den Dienstleistern ordentlich aus.

Nächste Abstimmungsrunde zum Brexit
Jetzt haben die britischen Parlamentarier es wieder einmal in der Hand, den Brexit termingerecht zum 29. März zu vollziehen. Dafür müssten sie am Dienstag dem ‚Deal‘ mit der EU zustimmen. Dies bleibt unwahrscheinlich, denn die Anpassungen am ‚Deal‘ seit der letzten Ablehnung waren eher kosmetischer Natur. Daher wird an den beiden folgenden Tagen wohl derart weiter abgestimmt, bis es vermutlich zu einer Verschiebung des Austrittstermins kommt. Die Unsicherheit für die Märkte zieht sich in die Länge, aber ein harter Brexit wird unwahrscheinlicher.
Dennoch dürfte die aktuelle Konjunkturskepsis der Notenbanken die Börsen weiterhin beschäftigen.

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Sparkasse Kaufbeuren unterstützt das Jakob-Brucker-Gymnasium

Pressemitteilung
06.03.2019

Mit 1.000 € unterstützt die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren das Jakob-Brucker-Gymnasium Kaufbeuren.

Schulleiter OStD Christof Walter freute sich die Spende entgegennehmen zu dürfen. Mit dieser Unterstützung konnte bereits im Januar ein mobiles Planetarium für rund 120 Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe in der Turnhalle aufgebaut werden. In dieser aufblasbaren Kuppel wurde der Sternenhimmel gestochen scharf mit einem 360°-Projektor abgebildet. Astronom Andreas Wieck begleitete das Sternenerlebnis mit einem spannenden Vortrag. Außerdem ist für die 6. Jahrgangsstufe im Mai eine Reptilienschau geplant.

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Seitwärts – Stigma der Rezession vorerst gebannt

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Die Aktienmärkte standen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der
Konjunkturnachrichten. So ging die Konsumnachfrage der privaten
Haushalte in den USA im Dezember zurück. Allerdings sind es immer noch
wenig Zahlen, die den verbreiteten Konjunkturängsten Nahrung geben. In
Deutschland konzentrierte sich alles auf die Wachstumszahlen aus dem
vierten Quartal 2018. Zwar fiel das Ergebnis mit einem Nullwachstum
gegenüber dem Vorquartal mager aus, gleichwohl wurde immerhin das
Stigma der Rezession – zwei negative Quartale in Folge – vermieden.
Insgesamt fehlt es für dieses Jahr an einem klaren wirtschaftlichen Trend,
weswegen es auch an den Märkten eher bei einer Seitwärtsbewegung
bleiben sollte. Das gilt auch für die Zinsen, die fest an der Nulllinie kleben.
Ifo Geschäftsklima im Blickpunkt
Die Konjunktur bestimmt auch die Ereignisse in der bevorstehenden
Börsenwoche. Die Stimmung bei den europäischen Unternehmen hat sich
schon seit einiger Zeit deutlich verschlechtert. Es gibt vorsichtige Anzeichen
einer Bodenbildung bei den Euroland-Einkaufsmanagerindizes im Februar,
aber für viel mehr dürfte es nicht reichen, denn die Unsicherheitsfaktoren
für die europäische Wirtschaft sind nach wie vor zahlreich. Das trifft auch
auf die deutschen Unternehmen zu, daher sollte das deutsche ifo
Geschäftsklima im Februar nochmals leicht nachgeben. In den USA werden
die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung hoffentlich darüber
Aufschluss geben, warum die US-Notenbank ihre Kommunikation seit der
letzten Zinserhöhung Mitte Dezember vergangenen Jahres so drastisch
aufgeweicht hat, dass die Märkte jetzt sogar Zinssenkungen erwarten.

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Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Keine Entwarnung

Frankfurt, 8. Februar 2019

Keine Entwarnung an den Aktienmärkten. Die anfänglich freundliche Entwicklung in den USA sowie in Europa in dieser Woche hielt nicht lange. Zu negativ waren die Meldungen aus der Konjunktur. In Deutschland steht es weiterhin Spitz auf Knopf, ob die Wirtschaft im vierten Quartal 2018 überhaupt gewachsen ist. Anderenfalls wäre es das zweite Quartal in Folge, in dem die Wirtschaft schrumpft, was eine technische Rezession bedeuten würde. Technisch deswegen, weil es Sonderfaktoren waren, die in Deutschland im vergangenen Jahr auf dem Wachstum lasteten. Ohne eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung und ohne Klarheit über den Ausgang des festgefahrenen Brexit-Verfahrens dürften alle Erholungsversuche an den Börsen wohl vergeblich bleiben.

Trübe Aussichten beim Brexit

Die Stunde der Wahrheit für die deutsche Konjunktur schlägt in den nächsten Tagen, denn am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal veröffentlichen. Ob das Wachstum nun negativ sein wird oder nicht: es wird schwach ausfallen. Die belastenden Sonderfaktoren, etwa in der Automobilproduktion, dürften jedoch langsam auslaufen, so dass die deutsche Konjunktur danach wieder Fahrt aufnehmen sollte. In den vergangenen Wochen haben mehr und mehr Unternehmen über die Unsicherheiten beim Brexit geklagt. Mit einer Zustimmung im britischen Parlament zum vielleicht noch etwas verbesserten Deal könnte diese Unsicherheit beendet werden. Die Aussichten dafür sind jedoch so undurchsichtig wie der berühmte Londoner Nebel.

 

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Auszubildende eröffnen eigene digitale Geschäftsstelle

Im Rahmen ihrer Ausbildung konzipieren und planen die Azubis des 2. Lehrjahres eigenverantwortlich eine neue digitale Geschäftsstelle im Pop-up Store der Sparkassenpassage.

„Am 11.6.2019 ist es tatsächlich soweit – wir eröffnen unsere eigene digitale Geschäftsstelle“, freuen sich Marc und Lisa aus dem 2. Ausbildungsjahr.

Der Projektauftrag, den die Azubi-Gruppe Anfang Januar erhalten hat, ist hochspannend aber auch herausfordernd. Sie sollen das Konzept und die Planung für eine neue digitale Geschäftsstelle der Sparkasse Kaufbeuren entwickeln. Und das in 5 Monaten. Die Geschäftsstelle soll am 11.6.2019 in der Sparkassen-Passage in den Räumlichkeiten des Pop-up Stores eröffnet werden. Ziel ist es, in dieser Geschäftsstelle die vielfältigen Themen der Digitalisierung zu zeigen und zu erklären. Jung, zukunftsweisend und kreativ – mit Einblicken in die digitalen Möglichkeiten von heute und Visionen der digitalen Zukunft.

Respekt vor der Aufgabe gehört dazu. Das weiß die Gruppe, aber die Freude überwiegt eindeutig.

„Wir haben uns über das Vertrauen, das uns der Vorstand entgegenbringt, wirklich riesig gefreut. Wir sind vom ersten Moment von dem Thema begeistert gewesen – eine tolle Chance für uns zu zeigen, was wir können.

Die gute Mischung an kreativen Köpfen, technischen Impulsgebern und kühlen Rechnern in unserem Lehrjahr ist gut, um ein solches Projekt umzusetzen. Dazu kommen die Begleitung und Unterstützung der Kollegen in der Sparkasse, auf die wir bei Fragen zurückgreifen können.“

So richtig können sie das komplexe Thema noch gar nicht umgreifen. Die erste Projektsitzung war eher verwirrend als zielführend meint Lisa Boch.

„Bereits in der ersten gemeinsamen Projektsitzung wurde gleich über Budgets, Ausstattung, Möblierung und Angebote diskutiert. Jeder hatte so viele Fragen im Kopf:

  • Wie soll unsere Geschäftsstelle aussehen?
  • Welche Möbel brauchen wir?
  • Welche digitalen Themen und Angebote wollen wir auf jeden Fall zeigen?
  • Womit erreichen wir die verschiedenen Menschen am besten?
  •  Wie machen wir auf uns aufmerksam?
  • Welche Kosten kommen auf uns zu?“

 

Der Anfang in einem solchen Projekt ist gar nicht so leicht  

„Es waren in ganz kurzer Zeit ziemlich viele Themen auf dem Tisch – ich glaube es ist wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, alle Themen gut zu strukturieren. Sonst vergessen wir vielleicht etwas Wesentli-ches. Aber momentan stehen wir noch am Anfang – da ist das Sammeln von Ideen wirklich gut! Alle sind mit Begeisterung dabei, das sieht man jetzt schon!“

Die Sparkasse möchte mit der Vergabe solcher Projekte die Eigenverantwortung der Auszubildenden stärken, ihre Kreativität und ihre Ideen nutzen und die Leidenschaft dafür stärken, an einem großen gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Es ist den Verantwortlichen dabei wichtig, keine „Schubladen“-Projekte zu beauftragen, sondern an Themen zu arbeiten, die dann auch tatsächlich umgesetzt werden.

„Projektarbeit hat viele Facetten. Die Auszubildenden sollen lernen, Aufgaben zu strukturieren, Termine zu koordinieren und mit hoher Effizienz zu arbeiten, um ihr Projekt erfolgreich umzusetzen. Sie lernen die Stärken aller im Team gut einzusetzen, sich aufeinander zu verlassen und Zuständigkeiten zu verteilen. Am Schluss können sie gemeinsam wirklich stolz sein auf das, was sie erreicht haben. Wir unterstützen sie im Prozess, überlassen Ihnen aber die inhaltliche und thematische Steuerung selbst“, erklärt Michael Sambeth, Leiter Marketing, der das Projekt mitbegleitet.

Wie in jeder Projektarbeit gibt es auch Abstimmungstermine mit dem Vorstand, in denen es darum geht, die gefundenen Ideen zu vertreten und Vorstellungen zu verteidigen. Verhandlungsstärke, Sinn für Machbarkeit und Zielorientierung sind dabei ebenso wichtig wie Kompromissbereitschaft im Team.

Den Auszubildenden Vertrauen und Verantwortung geben ist wichtige Voraussetzung für das Gelingen

Von Seiten des Vorstands gibt es in der Sparkasse viel Vertrauen in die Fähigkeiten der Auszubilden-den: „Wir geben den Auszubildenden gerne diese Verantwortung – wir wissen, dass wir hier nicht enttäuscht werden. Den jungen Nachwuchsmitarbeitern ist viel zuzutrauen. Ihre Ideen, ihre Leistungsbereitschaft und ihr Engagement sind für uns ein toller Mehrwert und es macht Spaß die Projekte in ihrer Entstehung zu beobachten. Die Auszubildenden und wir als Sparkasse können dabei gemeinsam viel lernen. Die Gruppen zu erleben macht mich auch immer wieder stolz! Ich freue mich bereits auf die ersten Ergebnisse und dann natürlich auf die Eröffnung im Juni“, so Franz Endhardt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Und wie geht es jetzt weiter?

Marc Abholz hat im Team die Projektleitung übernommen.

„Im ersten Schritt werden wir versuchen, die großen Themenblöcke zu definieren und dann Teilteams bilden, die parallel arbeiten können. Das macht uns schneller und effizienter.

Gleichzeitig wollen wir gemeinsam eine Zielvision entwickeln. Wir wollen nicht nur als Geschäftsstelle da sein, sondern können uns auch vorstellen unterschiedlichen Gruppen einzuladen, um

das Thema anschaulich näherzubringen. Das können Schulklassen sein, Lehrer, Eltern, Senioren oder Menschen mit Handicap – je nach Bedarf und Fragen.“

Mit den nächsten Projektsitzungen sind wir hoffentlich schon weiter…….

 

Für das 2. Ausbildungsjahr

Lisa Boch + Marc Abholz

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Hammer aus den USA

Frankfurt, 1. Februar 2019

Der Börsenhammer der Woche schlug in den USA zu. Die US-
amerikanische Notenbank (Fed) verkündete eine Zinspause und ließ damit
ihren Leitzins unverändert. An den Aktienmärkten wurde dies bereits als
Beendigung des gegenwärtigen Zinsstraffungskurses der Fed interpretiert.
Entsprechend freundlich fiel die Kursreaktion an den US-Börsen aus.
Hierzulande allerdings hielten sich die positiven Effekte in Grenzen. Obwohl
auch die Europäische Zentralbank deutliche Signale in Richtung
Verschiebung von Zinserhöhungen gegeben hat, belasten doch die
dunklen konjunkturellen Regenwolken den Börsenhimmel. Die
Stimmungsindikatoren in Euroland haben ihren Abwärtstrend noch nicht
beendet. Für Deutschland deuten sie kaum noch einen Zuwachs der
Wirtschaftsleistung an. Die Unsicherheiten rund um den Brexit tragen da
auch nicht zur Stimmungsverbesserung bei.

Inflationsrückgang im Euroraum

Nach enttäuschenden Umfrageindikatoren in der Eurozone im Januar
richtet sich in der kommenden der Blick auf den Februar. Die Sentix-
Finanzmarktumfrage zu Konjunkturlage und -erwartungen für die Eurozone
eröffnet den Reigen der monatlichen Erhebungen und ist somit der erste
Stimmungstest des Monats. Verglichen mit der vergangenen Umfrage
zeigen sich die Aktienmärkte in merklich besserer Verfassung. Da allerdings
zuletzt die Konjunkturindikatoren deutlich enttäuschten und die Prognosen
spürbar nach unten korrigiert wurden, sollten die Erwartungen dennoch
weiter fallen. Die Lageeinschätzung dürfte allein schon aufgrund ihres
immer noch hohen Werts weiter nachgeben, sodass in der Summe das
Sentix-Konjunkturklima abermals sinkt.

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Sparkasse Kaufbeuren unterstützt Lebenshilfe Ostallgäu

Pressemitteilung
31. Januar 2019

 

Die Lebenshilfe Ostallgäu bietet vielfältige Hilfe für geistig, körperlich, seelisch behinderte oder von Behinderung
bedrohte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die flexiblen und bedarfsgerechten Angebote sollen die
Menschen befähigen, ein möglichst selbst bestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft zuführen.

Die Lebenshilfe Ostallgäu ist wie auch die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren regional verankert, deshalb
freut sich Tobias Streifinger, Vorstandsmitglied der Kreis-und Stadtsparkasse Kaufbeuren, dem Geschäftsführer
der Lebenshilfe Ostallgäu e.V., Klaus Prestele, eine Spende in Höhe von 2.000€ für die Tagesstätte in Kaufbeuren
übergeben zu können.


Auf dem Bild von links nach rechts:
Vorstandsmitglied der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, Tobias Streifinger und Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu e.V., Klaus Prestele

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Sparkasse Kaufbeuren unterstützt Grundschule Oberbeuren

Mit 200 € unterstützt die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren die Grundschule Kaufbeuren-Oberbeuren.

Claudia Heiß, Sparkassen-Teilmarktleiterin, freute sich, die Spende an Marianne Breckner und die Schüler der Grundschule übergeben zu können.

Mit dieser finanziellen Unterstützung konnten neue, moderne Bücher angeschafft werden. Die Schülerinnen und Schüler sind begeistert und freuen sich auf den neuen Lesestoff.

Auf dem Bild v.l.n.r.: Marianne Breckner, Konrektorin der Grundschule Oberbeuren, Claudia Heiß, Sparkassen-Teilmarktleiterin und Schülerinnen und Schüler der Grundschule.

Foto vom 23.01.2019, Sparkasse, Claudia Heiß

 

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