Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Weiter aufwärts

Frankfurt, 8. November 2019

Die Hinweise auf eine konjunkturelle Stabilisierung verdichten sich. Produktion, Exporte und Auftragseingänge weisen weltweit wieder leicht nach oben, die Stimmung in den Unternehmen hat sich leicht aufgehellt. Dazu tragen auch die friedlicheren Töne aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China bei. Im besten Fall könnte eine Einigung bei einer Reihe von strittigen Punkten sogar zu einer Rücknahme von Strafzöllen führen. Die Aktienmärkte quittierten die Entwicklung mit Begeisterung. In den USA wurden neue Rekordmarken erreicht, auch beim DAX kommt das Allzeithoch von 13.560 Punkten in Sichtweite. Umgekehrt stiegen an den Anleihemärkten die Renditen deutlich an, selbst wenn es für eine positive Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe noch nicht reichte. Nach der langen Phase der Niedergeschlagenheit in diesem Jahr kann die Erleichterungsrallye noch etwas anhalten.

 

Konjunkturdaten im Rampenlicht

Alle Augen bleiben weiterhin auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China gerichtet. Aber auch die Haltung der US-Regierung gegenüber Europa rückt ins Blickfeld. Dass Washington in der kommenden Woche jedoch die oft diskutierten Autozölle gegenüber der EU ankündigt, ist unwahrscheinlich. Genauso spannend dürfte die Veröffentlichung des ZEW-Konjunkturindex werden, der die Bodenbildung in der hiesigen Wirtschaft bestätigen könnte. Ergänzend wird das Wachstum der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal gemeldet – trotz aller Aufhellung dürfte hier nur eine Stagnation oder sogar eine leichte Schrumpfung herauskommen.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Amerika im Aktienglück

Frankfurt, 1. November 2019

Der amerikanische S&P 500-Aktienindex hat in dieser Woche sein Allzeithoch erreicht. Der Dax ließ sich nicht lumpen und schaffte es auf sein Jahreshoch.

Was war passiert? Haben sich alle konjunkturellen und geopolitischen Nebelschwaden gelichtet? Mitnichten! Es gab täglich wechselnde Wasserstandsmeldungen über die Handelsgespräche zwischen den USA und China und auch nur gemischte Konjunkturdaten. Und völlig überraschend sind die Briten weiter in der EU, auch Premierminister Johnson hat den Brexit immer noch nicht hinbekommen. Die Berichtssaison der US-Unternehmen verläuft weiter euphoriebefreit. Von aufgeklarten Perspektiven für die Börsen kann also kaum die Rede sein, aber all dies und die von der US-Notenbank Fed gelieferte Zinssenkung haben in dieser Woche für freundliche Aktienmärkte gereicht.

 

Briten schalten in den Wahlkampfmodus

In der anstehenden Woche gibt es keinen echten Hingucker. So können die Marktteilnehmer ein wenig durchschnaufen. Es sind drei Themen, denen etwas Beachtung geschenkt werden darf: Der Brexit flackert auf, wenn sich am

Mittwoch das britische Parlament auflöst und der Wahlkampf beginnt. Auch die

Bank of England wird bei ihrer Sitzung Worte zum Brexit verlieren. Neue Konjunkturdaten sind von Interesse, hier könnten die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungsbereich Hinweise geben, ob die geopolitische Verkrampfung auf die Binnenwirtschaft stärker durchschlägt. Und schließlich schreitet die US-Bilanzsaison voran.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Ende einer Ära

Frankfurt, 25. Oktober 2019

Weniger die Wirtschaftsdaten als eine Personalie stand im Fokus der abgelaufenen Börsenwoche. Mario Draghi leitete seine letzte Zentralbankratssitzung. Umstritten wie die Geldpolitik in den vergangenen Jahren war, hat sie an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft zu einer stabilen Entwicklung geführt. Obwohl der EZB-Präsident in seiner letzten Pressekonferenz von schwachen Wirtschaftsaussichten für den Euroraum berichten musste – die durch die Informationen aus dieser Woche bestätigt wurden -, blieben die Teilnehmer an den Aktienmärkten gelassen. Der Dax legte nochmals auf zwischenzeitlich neue Jahreshochs zu und befindet sich nun am oberen Ende seiner diesjährigen Seitwärtsbewegung. Ohne wirtschaftliche Impulse wird ein Ausbruch nach oben schwierig, auch weil die Notenbank unter Draghis Nachfolgerin Lagarde kaum mehr Munition für weitere geldpolitische Initiativen übrighat.

 

Schwaches Wachstum und Zinssenkung

Es steht eine US-dominierte Woche bevor. Zunächst dürften die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal Spuren einer Abschwächung auch für die US-Wirtschaft aufzeigen. Im Wiederwahljahr ist das für den amtierenden Präsidenten eine gefährliche Entwicklung. Neben dem Außenhandel dürften auch die Investitionen die wirtschaftliche Dynamik belastet haben. Ferner tagt die US-Notenbank Fed. Zwar herrscht über die grundsätzliche Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung kein Konsens, eine Zinssenkung ist jedoch trotzdem wahrscheinlich. Schließlich gibt es auch aus dem Euroraum Wachstumszahlen. Sie geben Auskunft darüber, wie stark die europäische Wirtschaft im dritten Quartal von der weltweiten Abkühlung betroffen ist.

 

Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren als Testsieger ausgezeichnet

Die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren wurde jetzt vom Deutschen Institut für Bankentests ausgezeichnet und hat als Testsieger im Vergleich mit 6 anderen Banken die Gesamtnote 1,29 erhalten.

 

Franz Endhardt, Vorsitzender des Vorstandes der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren freut sich über die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel der renommierten Zeitung DIE WELT. „Damit wird von wirklich unabhängiger Seite eine überzeugende Beratungsqualität bestätigt, die alle unsere Kundinnen und Kunden das ganze Jahr hindurch zuverlässig und individuell jederzeit abrufen können.

 

Dies ist die Hauptbotschaft hinter dieser Qualitäts-Auszeichnung, die sich in erster Linie an unsere Kundinnen und Kunden in Kaufbeuren richtet – und auch an die, die es künftig werden wollen. Insbesondere ist es eine Auszeichnung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich mit viel Engagement, Fachkompetenz und Hilfsbereitschaft für ihre Kunden da sind.“

In Kaufbeuren wurden die vier Bereiche „Atmosphäre/Freundlichkeit“, „Beratungsqualität“, „Angebote an Kunden“ und „Konditionen/Preise“ untersucht. Die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren erreichte dabei vier Mal die Note Eins vor dem Komma.

Auszug aus der Begründung des Deutschen Instituts für Bankentests:

„… Die Untersuchungen der Beratungsqualität bei Banken und Sparkassen sollen dem Bürger eine Orientierungshilfe bei der Wahl der Bankverbindung sein. Ausgangssituation ist in einer Region das sogenannte „Mystery Shopping“. Eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, bei der ein Tester einen Beratungstermin vereinbart und unangemeldet eine Beratung zu verschiedenen Themen wünscht. Der Testkunde gibt an, dass er demnächst in die Region zieht und eine neue, gute Bankverbindung sucht. Der Testablauf gibt dabei eine reale Beratungssituation wieder, bei der dem Berater eine Vielzahl von Informationen zur persönlichen und finanziellen Situation des Kunden gegeben werden, die es im Beratungsgespräch zu beachten und zu analysieren gilt. Dadurch ist es möglich gemeinsam mit dem Kunden eine maßgeschneiderte Lösung zu erarbeiten, die an den persönlichen, individuellen Bedürfnissen ausgelegt ist.

Zur Beurteilung der Qualität des Prozesses und Beraters dienen 30 Bewertungskriterien, die Bundesbürger bei einer Bankverbindung für entscheidend und besonders wichtig halten.

Dabei geht es zunächst um die Atmosphäre im Beratungsgespräch und die Freundlichkeit des Beraters. Dann um die entscheidenden Punkte, ob die Bankberater die richtige, passende Analyse vornehmen. Nicht nur die Wünsche des Kunden sind dabei zu berücksichtigen, sondern auch seine persönliche Lebenssituation, Pläne, Ziele, Vorhaben, Einkommenssituation, Ausgaben und das zur Verfügung stehende Geld für Wünsche – insbesondere für die Finanzierungen.

Hat der Kunde alle Vorteile, wie zum Beispiel staatliche Förderungen, Prämien, Zulagen genutzt oder hat er günstige und passende Kredite und Versicherungen? Sind seine Ersparnisse richtig angelegt und wie sieht es mit der Zukunftsplanung der Familie bzw. des Kunden aus? Erst dann sollte der Berater Empfehlungen geben – auch konkrete Produktangebote, wenn finanziell etwas zu optimieren ist – sowohl beim Sparen als auch beim Finanzieren.

Sind die getroffenen Aussagen auch für Laien verständlich und nachvollziehbar? Kann der Kunde bei den ausgehändigten Produktunterlagen und Informationen alles auf einen Blick erkennen und entsprechen diese den gesetzlichen Anforderungen? Werden Aussagen zur Sicherheit der Geldanlage gemacht? Passen die Preise für die Finanzierungen im Vergleich zum Wettbewerb? Und bleiben keine Fragen mehr offen, die beantwortet werden müssen…“

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Anämisches Wachstum

Frankfurt, 11. Oktober 2019

In den vergangenen Tagen gab es bei den akuten und krisenverdächtigen Themen so manche Wende. Von den wieder aufgenommenen Handelsgesprächen zwischen den USA und China kamen positive Signale. Auch mit Blick auf die Angst vor dem ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union vermag man derzeit wieder einen leisen Hoffnungsschimmer am Horizont erkennen, dass es doch noch zu einer Einigung kommen könnte. Zudem hat das Protokoll der September-Sitzung des EZB-Rats gezeigt, wie uneinig dieses Gremium im Hinblick auf eine weitere geldpolitische Lockerung ist. Die Aktienmärkte quittierten die ersten beiden Themen mit Kursanstiegen. An den Rentenmärkten kam es dagegen zu Kursverlusten, weil ein Teil der Leitzinssenkungserwartungen in Euroland ausgepreist wurde. Für die deutsche Konjunktur ist keine Wende in Sicht: Schwache Daten bestätigten das anämische Wachstum.

US-Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Am kommenden Montag nimmt in den USA die Berichtssaison für das dritte Quartal Fahrt auf. Das US-Wachstum hat zuletzt an Schwung verloren. Da infolgedessen auch die Gewinnschätzungen deutlich nach unten revidiert worden sind, könnten in der Summe sogar leicht positive Überraschungen resultieren. Echte Freude wird jedoch nicht aufkommen. Das gilt wohl auch für den am nächsten Donnerstag startenden EU-Gipfel, bei dem neben der BrexitDiskussion noch weitere zum Teil kontroverse Punkte anstehen. Diese reichen vom langfristigen EU-Haushalt über die Aspekte des Klimawandels bis hin zur Ernennung von Christine Lagarde zur neuen EZB-Präsidentin.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

 

DAX springt auf Jahreshoch

Frankfurt, 18. Oktober 2019

 

Der Laie wundert sich und der Experte auch, denn der deutsche Aktienindex DAX ist in dieser Woche auf ein neues Jahreshoch von knapp 12.800 Punkten gesprungen. Dabei gab es doch aus Marktsicht einiges zu beklagen: Unwägbarkeiten beim militärischen Konflikt an der türkischsyrischen Grenze, frische Strafzölle der USA gegen europäische Produkte in Verbindung mit den Airbus-Sanktionen und insgesamt wenig erbauliche Konjunkturdaten standen negativ zu Buche. Dabei enttäuschten speziell in den USA die Zahlen für Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze sowie in China Handels- und Bruttoinlandsprodukt. So mag es fast ausschließlich der Hoffnung auf den geordneten Brexit-Deal zwischen der EU und den Briten geschuldet sein, dass die Börsen weltweit freundlich gestimmt waren.

 

Draghi geht, Herausforderungen bleiben in der kommenden Woche dürften die Märkte zunächst einmal die Abstimmung des britischen Parlaments zum Brexit-Deal am Samstag verarbeiten. Aber auch die letzte EZB-Sitzung unter der Leitung von Mario Draghi verspricht mehr als nur seine friedvolle Verabschiedung. Denn im Vorfeld äußerten einige Ratsmitglieder und auch ehemalige Notenbanker heftige Kritik am derzeitigen Kurs der Europäischen Zentralbank. Es gilt dort also, die kommunikativen Wogen zu glätten. Zum Wochenabschluss dürften wir mit Blick auf den ifo Geschäftsklimaindex gewahr bleiben, wie sehr die geopolitische Verkrampfung nach wie vor insbesondere auf den Industrieunternehmen lastet.

Sparkasse Kaufbeuren unterstützt die Abteilung Eishockey des SV Oberostendorf

Pressemitteilung 02.10.2019

 

Franz Endhardt, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, freut sich, eine Spende in Höhe von 1.000 € an Ulrich Koch und Peter Steck von der Abteilung Eishockey des SV Oberostendorf übergeben zu können. Diese Spende ermöglicht die Neuanschaffung eines neuen Beleuchtungssystems am Eisplatz in Lengenfeld. Nun hofft der Eishockeyverein auf einen kalten Winter und eine gute Eishockeysaison. Mit dem Eishockeyverein freut sich Bürgermeister Helmut Holzheu.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Frankfurt, 4. Oktober 2019

Abschwungsängste

Insbesondere die auf breiter Basis rückläufigen Einkaufsmanagerindizes haben die Aktienmärkte weltweit zuletzt spürbar abrutschen lassen. Lange Zeit schienen sie immun gegen schwache Konjunktursignale, doch jetzt keimen angesichts der trüberen Unternehmensstimmung vermehrt Abschwungsängste auf. Hinzu kam die jüngste Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO, dass die USA gegenüber der EU zusätzliche Zölle verhängen dürfen, weil der Flugzeughersteller Airbus unzulässige Subventionen eingestrichen hat. Damit könnte der Handelsstreit zwischen den USA und Europa eskalieren – und das ausgerechnet jetzt, wo wieder Hoffnung geschöpft wurde, dass die Handelskonflikt-Wogen zwischen den USA und China geglättet werden könnten. Das alles machte sich auch am Rentenmarkt mit – vor allem in den USA – nochmals sinkenden Renditen bemerkbar.

Handelsgespräche machen Hoffnung

In der kommenden Woche stehen Nachrichten aus den USA im Rampenlicht. Da ist zum einen am Dienstag die US-Inflationsrate für September, die sich weiterhin stabil im Wunschbereich der Zentralbank bewegen dürfte und damit der Fed freie Bahn lässt für eventuelle weitere Leitzinssenkungen. Zum anderen gibt es wohl ab Donnerstag erneute Handelsgespräche zwischen den USA und China, die zur Folge haben könnten, dass die für 15. Oktober angekündigten Zollerhöhungen zunächst nicht umgesetzt werden. Aus deutscher Sicht spannend wird die Veröffentlichung des Dreiklangs aus Auftragseingängen, Industrieproduktion und Außenhandelszahlen.

Ihr Ansprechpartner

Michael Sambeth

Leiter Marketing

08341 808-443

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Wirre Informationsflut

Frankfurt, 27. September 2019

Eine überdurchschnittlich ereignis- und informationsreiche Woche hat

Volatilität an den Finanzmärkten mit sich gebracht. Freundliche Markteröffnungen bröckelten im Tagesverlauf oder umgekehrt. Es konnte sich kein frischer, klarer Markttrend in der aktuellen Gemengelage herausbilden. Die deutschen Einkaufsmanagerindizes unterboten die bescheidenen Erwartungen, woraufhin der ifo Geschäftsklimaindex überraschend leicht gestiegen ist. Das britische Parlament darf nach der Entscheidung des Obersten Britischen Gerichtshofs wieder tagen – eine Niederlage für Premierminister Johnson. US-Präsident Trump droht ein Amtsenthebungsverfahren. Ein Hin und Her wird auch bezüglich der Handelsgespräche zwischen den USA und China vermittelt. Unter dem Strich stand an den Börsen ein leichtes Minus im Wochenvergleich.

 

Konjunkturdaten im Rampenlicht

In der kommenden Woche können gewichtige Konjunkturindikatoren die Blicke der Marktteilnehmer auf sich ziehen, und zwar aus allen wichtigen Regionen der Welt. Es beginnt mit sehr moderaten Inflationsdaten aus der Eurozone am Montag. Von Dienstag bis Donnerstag werden Ergebnisse von Unternehmensbefragungen aus den USA, aus China, Japan und der Eurozone Aufschluss darüber geben, ob die geopolitische Verkrampfung anhält oder gar zugenommen hat. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit findet am Ende der Woche der US-Arbeitsmarktbericht. Für die Märkte wird es bedeutsam sein, ob die Lohndynamik angesichts der sehr niedrigen Arbeitslosenquote weiter zunimmt.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Konstruktive Börsenwoche

Frankfurt, 20. September 2019

Die jüngsten militärischen Attacken auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien warfen die Aktienmärkte nicht aus der Bahn, allerdings wird das geopolitische Geschehen auf der arabischen Halbinsel von den Marktteilnehmern derzeit besonders genau verfolgt. Mindestens ebenso großes Interesse rief in dieser Woche die Sitzung der US-Notenbank hervor. Denn: Wie eine Woche zuvor bereits seitens der EZB geschehen, lockerte auch die Fed ihre Geldpolitik gemäß den Markterwartungen und hielt verbal die Tür für weitere Maßnahmen offen. Alles in allem bleibt zwar das Zinsniveau weiter im nun schon gewohnt tiefen Bereich. Allerdings haben die konjunkturellen Sorgen vor noch schwächeren Wirtschaftsergebnissen etwas nachgelassen. Den Aktienmärkten bescherte dies eine freundliche Wochentendenz.

 

Konjunktur-Informations-Woche im Euroraum

Es ist Konjunkturwoche im Euroraum: die monatlichen Stimmungsindikatoren aus den Unternehmen werden veröffentlicht. In Deutschland hat hierbei der ifoGeschäftsklimaindex eine hohe Prognosekraft für das Wachstum im laufenden und im darauffolgenden Quartal. Der September war geprägt durch allerlei gegenläufige Ereignisse. So gab es eine spürbare Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Im Vereinigten Königreich wurde zwar ein ‚NoHard-Brexit-Gesetz‘ verabschiedet, doch Boris Johnson verfolgt den Austritt zum 31. Oktober weiter – koste es, was es wolle. Dagegen schürt der Drohnenangriff auf die saudische Ölinfrastruktur Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Streitigkeiten im Persischen Golf. Im Endeffekt wird sich das ifoGeschäftsklima im September wohl seitwärts bewegen.