Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Finanzmärkte: erster Schock verarbeitet

 

Frankfurt, 27. März 2020

 

Von den coronageplagten Finanzmärkten kamen in dieser Woche Entspannungssignale. Die Aktienmärkte legten kräftig zu, sowohl in Asien als auch in den USA, der DAX kletterte zeitweilig wieder über die 10.000-Punkte-Marke. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent gegenüber der Vorwoche. An den Anleihemärkten trat Entspannung ein, nachdem die Käufe der EZB bei Staats- und Unternehmensadressen eingesetzt hatten. Sogar Neuemissionen konnten reibungslos platziert werden. Das alles deutet daraufhin, dass die erste Schockwelle von den Finanzmärkten ohne nachhaltige Krisensymptome verkraftet wurde. Jedoch sind die Folgen der Krise noch längst nicht alle verarbeitet. Unterdes spiegeln die ersten Wirtschaftsdaten aus den USA, wie etwa die Arbeitsmarktzahlen, den dortigen tiefen Wirtschaftseinbruch wider.

Märkte und Wirtschaft müssen sich in Geduld üben

 

Mit hohen Schwankungen an den Finanzmärkten wird es wohl noch eine ganze Weile weitergehen. Nicht vor Ostern ist mit einer Lockerung der Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft zu rechnen. Auch danach werden weitreichende Beschränkungen aufrecht erhalten bleiben. Die Aktienmärke haben einen Boden gefunden, sollte es bei den gegenwärtig absehbaren Wirtschaftseinbußen bleiben. Ein nachhaltiger Anstieg ist jedoch erst mittelfristig zu erwarten, wenn sich die Wirtschaftsdaten wieder verbessern. Zunächst ist jedoch das Gegenteil der Fall: Bei dem in der nächsten Woche erscheinenden Arbeitsmarktbericht aus den USA wird voraussichtlich ein Verlust von circa einer Million Jobs verkündet.

 

Herausforderungen werden angegangen – Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

Corona: Herausforderungen werden angegangen

 

 

Frankfurt, 20. März 2020

 

 

Die Einschränkungen der Weltwirtschaft durch das Coronavirus nähern sich ihrem Höhepunkt. In Europa ist die Produktion in einem bisher nicht dagewesenen Umfang angehalten worden. Das Ausmaß von Ausgangssperren wird sich vermutlich noch erhöhen. In den USA stehen ähnliche Maßnahmen unmittelbar bevor. Die neue Lage hat der Finanzmarkt mit heftigen Preiskorrekturen bei Aktien und Renten begleitet. Dank der flexiblen Reaktion der Notenbanken bleibt das Bankensystem stabil, selbst wenn in den USA in den kommenden Tagen noch weitere Belastungen aufschlagen werden. Langsam laufen erste harte Wirtschaftsdaten aus der Krisenzeit ein, die auf einen Lehman-ähnlichen Einbruch der Konjunktur schließen lassen. Trotzdem bleibt die Erwartung erhalten, dass selbst bei längeren Corona-Vorkehrungen in der Wirtschaft die Produktion deutlich schneller wieder anziehen sollte als nach der Finanzkrise.

 

 

Viele schlimme Nachrichten bereits im Markt verarbeitet

 

Die Aktienmärkte in Europa haben auf die Verschärfungen der Pandemie-Maßnahmen in dieser Woche kaum noch reagiert. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer hierzulande die neue Lage eingepreist haben. Nachholbedarf haben noch die USA. Ebenfalls schwer haben es die Anleihemärkte, denn der zusätzliche Kreditbedarf in der Wirtschaft ist nicht leicht abzuschätzen. Hier hat aber das große Anleihekaufprogramm geholfen, das die EZB in dieser Woche angekündigt hat. Nachdem sich in den vergangenen Wochen die Negativmeldungen überschlagen haben, ist nun langsam das Feld für entlastende Nachrichten und Entwicklungen bereitet – selbst wenn die Dauer der Einschränkungen für Wirtschaft und Finanzmärkte nicht unterschätzt werden sollte.

 

 

 

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Einschätzung der aktuellen Lage beim Coronavirus durch Dr. Ulrich Kater

 

Märkte weiter unter Druck – Geld- und Fiskalpolitik mit maximalem Einsatz

Frankfurt, 19. März 2020

 

Die Lage an den Finanzmärkten und erst recht in der realen Wirtschaft will sich anscheinend nicht beruhigen. Die einschränkenden Maßnahmen werden weiter verschärft: noch mehr Grenzschließungen wie etwa zwischen den USA und Kanada oder zwischen Deutschland und Österreich; in Frankreich und Belgien sind Ausgangsperren in Kraft getreten. Auch Deutschland ist in einen „freiwilligen“ Shutdown getreten, von dem sich erst noch erweisen muss, ob moralische Appelle ausreichen, um das notwendige Distanzhalten der Bürger zu erreichen. Zwar wird in vielen Fabriken noch gearbeitet, aber viele Unternehmen, darunter etwa die großen Autobauer, haben ihre Produktion bereits eingestellt. Mittlerweile machen sich auch die gerissenen Produktionsketten bemerkbar: Etwa 60 Prozent weniger Güter werden in Deutschland von den Häfen ins Land transportiert.

 

Doch gibt es auch positive Nachrichten. So hält bei allem Finanzstress gegenwärtig das Bankensystem stand. Eine Lehre der Finanzkrise war, dass Banken keine übermäßigen Wertpapierbestände halten dürfen, da diese in einem Crash sofort die Bankbilanz verheeren würden, was im Jahr 2009 auch zum Hauptproblem wurde. Seitdem sind Investmentbanking und Wertpapier-Lagerbestände deutlich abgebaut worden – eine Vorkehrung, die sich jetzt auszahlt. Die Notenbanken haben in der Finanzkrise schnelles und entschiedenes Eingreifen gelernt. Auch das ist jetzt von Vorteil: So ist der Zugang zu Liquidität für das Bankensystem zurzeit kein großes Problem – und sei es die Hinwendung zur Zentralbank. Zwar gibt es regulative Anreize und Verpflichtungen, bei einstürzenden Bewertungen Bestände abzubauen, aber auch hier haben die EZB und die Europäischen Aufsichtsbehörden Flexibilität signalisiert. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass aus der Wirtschaftskrise nicht automatisch eine Bankenkrise wird. Unterscheiden muss man hiervon allerdings die längerfristigen Auswirkungen dieses Stillstandes („Shutdown“): Unternehmen werden nach dem Shutdown eine schlechtere Verschuldungsqualität aufweisen, Rating-Agenturen werden Herabstufungen der Kreditwürdigkeit vornehmen. Dies muss in der Kreditvergabewelt „nach Corona“ erst einmal verdaut werden. Dies sind allerdings Fragen für die Zeit nach der akuten Ausnahmelage, die gegenwärtig immer noch andauert.

 

Konjunkturelle Einbrüche stärker als bei Finanzkrise – dafür aber kürzer

Europa und USA nun im Zentrum der Corona-Infektionswelle

 

Die wirtschaftlichen Einschränkungen sind so umfassend, dass mit bangem Blick auf die Folgewirkungen des Shutdown geblickt wird. Unternehmen haben nun mal nur einen relativ geringen Überschuss ihrer Erträge über ihre Kosten. Auch wenn es zur zu einer kurzen Periode mit Einnahmeausfällen, aber weiterlaufenden Kosten kommt, ist die Substanz vieler Unternehmen schnell aufgezehrt. Jeder private Haushalt, bei dem die Einnahmen jeden Monat gerade so für die Ausgaben reichen, wird dies unmittelbar nachvollziehen können. Im Unternehmenssektor trifft dies insbesondere auf viele kleine und kleinste Firmen des Mittelstandes sowie auf eine Vielzahl von Selbständigen zu. Wie robust die Bilanz dann ist, das heißt, wie viele Reserven für schlechte Zeiten vorhanden sind, variiert sehr stark von Unternehmen zu Unternehmen. Einige Branchen sind hier schwächer aufgestellt wie etwa die Gastronomie, andere besser wie etwa große Teile der Industrie. Ganz ohne Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste werden die kommenden Wochen nicht vorübergehen. Insbesondere, weil die Einschnitte beim Bruttoinlandsprodukt sogar noch größer sein könnten als bei der Lehman-Krise 2008/2009. Wesentlich für das Wiederanlaufen der Produktion nach dem Abebben der Infektionswelle sind daher die Überbrückungshilfen für die Unternehmen, genauso wie eine flexible Auslegung von Regulierungen im Bankensektor. Wichtig ist dabei, dass diese Hilfen unmittelbar zur Verfügung stehen. Wir haben in Deutschland mehr als zwei Millionen Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Die ersticken gerade unter den laufenden Kosten. Kurzarbeit ist hier zwar ein sehr effektives Mittel, aber es muss schnell zur Hand sein, was in der Breite bei aller Effizienz der Behörden schwierig zu bewerkstelligen ist und was umso weniger wirksam ist, je kleiner der Betrieb ist. Es wäre daher zu überlegen, ob in diesem Fall nicht eine pauschale Befreiung von Abgaben für einen begrenzten Zeitraum ausgesprochen werden könnte, um die laufenden Kosten so schnell wie möglich spürbar zu senken. Auch bei der Kreditüberbrückung ist Geschwindigkeit gefragt. Hier muss im Nachgang die Frage beantwortet werden, die stark im Einzelfall Überbrückungskredite die Bilanz der Unternehmen belasten und inwieweit Kredite in nicht rückzahlbare Hilfen umgewandelt werden müssen.

 

Dass die Finanzmärkte auf die vielen Hilfsangebote von Regierungen und Staaten nicht zu reagieren scheinen, liegt an einer anderen Unsicherheit: Regierungen und Notenbanken können viel ankündigen, eines aber nicht: das Ende der Infektionswelle. Die Unsicherheit über die Länge der gegenwärtigen Einschränkungen ist es, die den Finanzmärkten die größten Schmerzen bereitet.

 

„Quarantänemaßnahmen“ bestimmen die wirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftlichen Konsequenzen hängen gravierend davon ab, wie lange die Einschränkungen gelten. Bleibt es bei einem Zeitraum von etwa vier Wochen, so ist es wahrscheinlich, dass die Rückkehr zur Normalität schnell vonstatten geht. Dauert dieser Zustand aber länger an, womöglich sogar Monate, haben wir hinterher eine andere Wirtschaft als vorher.

 

Wir haben für Deutschland verschiedene Konjunkturverläufe simuliert und dabei für das zweite und die Folgequartale in Abhängigkeit von zwei elementaren Faktoren Setzungen vorgenommen: dem Ausmaß der Quarantänemaßnahmen und deren Dauer. Denn es deutet sich immer stärker an, dass die Quarantänemaßnahmen umfassender und langwieriger werden könnten als bisher gedacht. Dabei wurden die Szenarien nach der Stärke des Wirtschaftseinbruchs – gemessen an der Abweichung zum Vor-Corona-Szenario und nach der Geschwindigkeit des Aufholprozesses im zweiten Halbjahr unterteilt. So führt etwa ein 15-prozentiger Einbruch der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal zu einem Rückgang der deutschen Bruttowertschöpfung im Gesamtjahr 2020 um 2,7 Prozent, wenn im dritten Quartal wieder eine vollständige Normalisierung stattfindet, also die Auslastung wieder auf das Niveau von vor Corona zurückkehrt. Wird jedoch nur eine Erholung auf 50 Prozent der normalen Wirtschaftsleistung erreicht, so belaufen sich die Einbußen für die deutsche Volkswirtschaft auf 4,5 Prozent.

 

Schon ein ursprünglicher Rückgang im zweiten Quartal von 17 statt 15 Prozent bedeutet bei vollständiger Normalisierung der Wirtschaft im dritten Quartal eine jahresdurchschnittliche Schrumpfung um 3,3 Prozent oder einen Verlust von 151 Mrd. Euro gegenüber dem Vor-CoronaSzenario. Beträgt dann die Erholung im dritten Quartal nur 50 Prozent, beläuft sich die Schrumpfung auf 5,5 Prozent und der Verlust auf 227 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2020. Das negativste Szenario in dieser Matrix mit einem Einbruch um 17 Prozent im zweiten Quartal und nur einer sehr schleppenden Produktionswiederaufnahme im dritten Quartal würde einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,2 Prozent und einen Verlust von 251 Mrd. Euro bedeuten.

 

Diese Zahlen zeigen die starke Sensitivität der wirtschaftlichen Konsequenzen gegenüber dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und verdeutlichen, wie eminent wichtig es ist, die wirtschaftlichen Einschränkungen zeitlich so kurz wie möglich zu halten. Die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus muss schnellstmöglich gestoppt werden.

 

Nach den neuesten Entwicklungen erscheint uns gegenwärtig das Szenario am wahrscheinlichsten, bei dem sich die Belastungen für die Konjunktur bis in den Mai hineinziehen. Damit gehen gegenüber dem VorCorona-Szenario ca. 15 Prozent der Wirtschaftsleistung verloren, große Teile dieses Verlusts dürften aus der Industrie und dem Wirtschaftsbereich „Handel-Gastgewerbe und Verkehr“ stammen. Der Produktionsausfall des zweiten Quartals wird annahmegemäß jeweils zur Hälfte im dritten und vierten Quartal nachgeholt wird. In diesem Szenario sollte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2020 um 4,5 Prozent schrumpfen.

 

Auch für die anderen Regionen haben wir unsere Einschätzungen noch einmal in ähnlichem Ausmaß nach unten angepasst. Wir erwarten nun im Gesamtjahr 2020 für Euroland eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts von 4,3 Prozent und für die USA um 1,0 Prozent.

 

Historischer Absturz des ifo Geschäftsklimas

Heute Vormittag rückten die Daten mit dem historischen Einbruch des ifo-Geschäftsklimas der Realität etwas näher. Die bislang veröffentlichten Wirtschaftsdaten hatten sich jeweils immer noch auf einen Zeitraum erstreckt, in dem das ökonomische Corona-Desaster noch nicht absehbar bzw. zu spüren war. Wir sprachen daher von der Inkubationsphase. Jetzt wird die Infektion der deutschen Wirtschaft mit dem Coronavirus mehr als deutlich. Die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen haben sich geradezu pulverisiert. Der Rückgang der Lageeinschätzung und des Geschäftsklimas insgesamt waren etwas geringer, aber nicht minder dramatisch. Die Rückgänge übertrafen die in der globalen Finanzkrise 2008/2009 bei weitem.

 

Die Unternehmensstimmung kollabierte mit Ausnahme der Bauwirtschaft (leichterer Rückgang) in allen Wirtschaftsbereichen (Industrie, Handel, Dienstleister). Was Brexit und Handelsstreit nicht geschafft hatten, vollbringt ein mikroskopisch kleiner Virus: Deutschland, Europa und die Weltwirtschaft stürzen in eine massive Rezession. Es bleibt zu hoffen, dass diese harte Phase schnell vorübergeht, um dann in eine kraftvolle Erholung zu münden.

 

 

 

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Corona-Panik an den Börsen

 

 

 

Frankfurt, 13. März 2020

 

 

Jetzt ist sie in offene Panik übergegangen, die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus. Diese Panik bescherte den Börsen eine schwarze Aktienwoche: Der weltweite Index (MSCI-Welt) gab fast 20 Prozent nach, in Deutschland sank der DAX von den niedrigen Anfangsniveaus nochmals um fast 15 Prozent. Härter traf es die Italiener: die Mailänder Börse gab mehr als 30 Prozent ab. Sogar die Krisenwährung Gold wurde verkauft. Der Grund: die meisten Marktteilnehmer wollen jetzt Liquidität aufbauen. Es wird wahrscheinlicher, dass Notenbanken und Regierungen über die bisherigen Maßnahmen hinaus zu einer konzertierten Aktion greifen, um den Abwärtsstrudel zu stoppen. Der Hintergrund liegt natürlich weiterhin in den Beeinträchtigungen der Wirtschaft durch die Pandemie. Daher wird der eigentliche Schlüssel zur Beruhigung im Verlauf der Ansteckungszahlen liegen.

 

Eine weitere Krisenwoche

 

Die klassischen Wirtschaftsdaten werden in der kommenden Woche an den Märkten keine Rolle spielen, da sie lediglich zurückschauen. Vielmehr wird die Entwicklung der Corona-Krise zur Messlatte für die Finanzmärkte. Da ist einmal die Ausbreitung der Krankheit selber. Dabei sollte in Europa der Höhepunkt der Fallzahlen eher erreicht werden als in den USA. Aber auch in China wird sorgfältig beobachtet werden, ob die bisherige Beruhigung anhält. Als zweites stehen die Finanzmarktentwicklungen im Mittelpunkt. Hier sind bei weiterem Abwärtsdruck an den Märkten größere Maßnahmenpakete von Notenbanken und Regierungen zu erwarten, um die Verkaufsspiralen zu unterbrechen.

 

 

 

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Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Corona-Ängste dominieren den Aktienmarkt

 

Frankfurt, 6. März 2020

 

Eine weitere schlechte Woche für die Aktienmärkte, die weltweit um mehr als 5

Prozent nachgaben. Nachdem die Konjunkturexperten die neue Realität einer

extrem schnellen weltweiten Verbreitung des Coronavirus in ihre

Berechnungen eingebaut hatten, kam für viele Regionen der Welt eine leichte

Rezession für die erste Jahreshälfte heraus. Das gilt auch für Deutschland.

Dies wäre generell verkraftbar, sofern es danach wieder deutlich nach oben

ginge. Wie sich die Märkte weiterentwickeln, ist derzeit jedoch noch ungewiss.

Zum einen weisen die Ansteckungszahlen außerhalb Chinas noch nicht auf

den Höhepunkt der Verbreitung hin, zum anderen geht die Furcht vor einer

Selbstverstärkung der negativen ökonomischen Folgen durch Kursrückgänge

und weiteren Finanzstress um. Daher werden die kommenden Tage von

weiterer Zurückhaltung an den Aktienmärkten und weiter sinkenden Renditen

geprägt sein.

 

Märkte suchen neues Gleichgewicht

 

Die Sentix-Stimmungsumfrage unter Finanzmarktteilnehmern wird in der

kommenden Woche die Besorgnisse der Marktteilnehmer in einem deutlichen

Rückgang des Indexwertes zusammenfassen. Viel mehr interessiert allerdings,

was für Kauf- und Verkaufsentscheidungen die Finanzmanager gegenwärtig

ableiten. Erfahrungsgemäß streben viele große Marktteilnehmer zuerst nach

einer Reduktion ihrer Risiken, was den Druck auf Wertpapierkurse zunächst

erhöht, bevor wieder eine Umkehrbewegung einsetzt. Auf die Wahrnehmung

der Risiken kann auch die Europäische Zentralbank in den kommenden Tagen

einwirken, die bei ihrer turnusgemäßen Sitzung vorsorgliche Maßnahmen zur

Abmilderung der Finanzmarktbewegungen beschließen wird.

 

500 Euro für den Schützenverein „Der Rotensteiner“ e.V. Ruderatshofen

Mit einer Spende in Höhe von 500 Euro unterstützt die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren den Schützenverein „Der Rotensteiner“ e. V. Ruderatshofen.

Der Betrag soll für die Ausbildung der Jugendverwendet werden.

„Die nachhaltige Förderung des Nachwuchses liegt uns besonders am Herzen und wir freuen uns dazu beizutragen“, so Teilmarktleiterin Claudia Heiß von der Sparkasse.

 

Das Bild zeigt Mitglieder des Schützenvereins „Der Rotensteiner“ e.V. Ruderatshofen mit Claudia Heiß, Teilmarktleiterin der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren

 

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Kreis-und Stadtsparkasse Kaufbeuren

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Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Aktienmärkte krankgeschrieben

 

Frankfurt, 28. Februar 2020

 

Weltweit korrigieren die Aktienkurse auch in dieser Woche weiter nach unten.

Den Hintergrund dafür bildet die Ausbreitung des Coronavirus in vielen

Ländern auch außerhalb Asiens. Dies lässt ähnliche Einschränkungen des

Wirtschaftslebens befürchten wie es in China in den vergangenen Wochen der

Fall war, mit ähnlichen negativen Auswirkungen für Wachstumszahlen,

Umsätze und Produktion bei Unternehmen und damit verbundenen

Gewinneinbußen. Selbst bei einem milderen Verlauf der Epidemie in anderen

Regionen der Welt als in China wären die wirtschaftlichen Erwartungen vom

Jahresanfang Makulatur. In der Abwärtsdynamik kann es zudem zu

Übertreibungen kommen. Eine Erholung an den Börsen hängt jetzt zusätzlich

sehr davon ab, dass sich keine negativen Eigendynamiken innerhalb des

Finanzsystems herausbilden.

 

Stimmungstest in China

 

Wirtschaftsdaten sind in Zeiten einer drohenden Pandemie wenig

aussagekräftig. Sie messen das wirtschaftliche Geschehen ein oder zwei

Monate in der Vergangenheit, und dies wird einem hoch dynamischen

Geschehen einer sich rasant ausbreitenden Viruskrankheit nicht gerecht.

Gerade deswegen liegt die Aufmerksamkeit in der kommenden Woche auf

den Ergebnissen der Stimmungsumfrage in der chinesischen Wirtschaft. In den

USA dagegen steigt das Wahlfieber mit der Nominierung der demokratischen

Präsidentschaftskandidaten in zwölf Bundesstaaten. Direkte Auswirkungen auf

die Aktienmärkte sind jedoch nicht zu erwarten, da sich inzwischen die

Chancen des Amtsinhaber Trump auf eine Wiederwahl verstetigt haben.

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Euro schwächelt

 

Frankfurt, 21. Februar 2020

 

Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Dabei handelt es

sich aber um keine starke Bewegung und auch um keine neue Skepsis

gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro ist so schwach

wie seit sieben Jahren nicht mehr. Für die zu attestierende US-Dollar-Stärke

haben freilich verschiedene einzelne Bausteine gesorgt: Die positive

Zinsdifferenz von US-Anleihen wirkt bei niedriger Volatilität attraktiv für

internationale Anleger, das Coronavirus belastet das exportorientierte Europa

stärker als die relativ geschlossene US-Volkswirtschaft und die generell

gestiegene Risikowahrnehmung wirkt traditionell US-Dollar-freundlich.

Gemessen daran haben sich die Aktienmärkte wacker geschlagen, trotz

Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss.

 

Infizierte Stimmung

 

Die Auswirkungen des Coronavirus bleiben hinreichend unsicher. Am Montag

wird dies auch die Kommentierung des ifo-Geschäftsklimas für Februar

ausmachen. Ein Stimmungsrückgang ist zu erwarten und vermutlich wird

dieser wegen des anhaltenden Stillstands in chinesischen Betrieben nicht der

letzte sein. Ebenfalls interessant ist die unterschiedliche Inflationsentwicklung

dies- und jenseits des Atlantiks. Während die Europäische Zentralbank am

Freitag eher nachgebende Inflationsraten zur Kenntnis nehmen dürfte, blickt

die amerikanische Notenbank Fed zum Wochenschluss auf stabilere

Inflationsdaten, die wiederum Zinssenkungsphantasien im Weg stehen.

 

 

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Pressemitteilung 26. Januar 2020

Spendenübergabe der Sparkasse Kaufbeuren für die Kirchenrenovierung

in Oberostendorf am 19.02.2020

Die Arbeiten an der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Oberostendorf haben seit dem vorigen Jahr gewaltig Fahrt

aufgenommen. Erwartungsgemäß sind die Kosten bei der ursprünglich auf 1.050.000,- € veranschlagten Außenrenovierung

des 1747 in der heutigen Form vollendeten überregional bedeutsamen Kulturdenkmals kräftig gestiegen.

Die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren unterstützt die Maßnahme dankenswerterweise mit 1.000,- €.

Der erste Bauabschnitt soll heuer zum größten Teil über die Bühne gehen. Ob und wann die ebenfalls dringend

notwendige Innenrenovierung folgen kann, ist im Augenblick noch offen.

Das Bild zeigt Frau Birgit Pfeifer (Leiterin Unternehmenskommunikation und Personal) bei der Übergabe an Herrn

Ulrich Reißner von der Kirchenverwaltung Oberostendorf.

 

(Text: Ulrich Reißner, Bild: Michael Sambeth, Sparkasse Kaufbeuren)

 

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Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Kampf mit dem Virus geht weiter

 

Frankfurt, 14. Februar 2020

 

Entgegen vieler Erwartungen beruhigt sich die Lage beim Covid-19-Virus in

Asien nicht. Im Gegenteil: Die Dimension der Epidemie hat sich in dieser

Woche durch neue Messverfahren noch einmal vervielfacht. Die Konsequenz:

Die Produktionsunterbrechungen in China halten an. Die Börsen beweisen

immer noch eine bemerkenswerte Robustheit. Sollte es nicht noch zu einer

weltweiten Eskalation der Krankheit kommen, erscheint diese auf längere Sicht

auch angemessen. Kurzfristig könnten jedoch Meldungen von Produktionsunterbrechungen

durch Knappheiten von Vorleistungsgütern weltweit zu

Kurskorrekturen führen. Der wirtschaftliche Ausblick leidet unter dieser

Unsicherheit ebenfalls, insbesondere in Europa, wo die Konjunktur ohnehin

nicht besonders kräftig ist. Dies hat auch den Euro gegenüber dem US-Dollar

etwas günstiger werden lassen.

 

Kalte Dusche

 

Eine kalte Dusche steht den Finanzmarktteilnehmern bevor: Die

Stimmungsumfragen unter Finanzmarktteilnehmern und Einkaufsmanagern

werden in der kommenden Woche nach unten gehen. Damit würde der

Erholungstrend der vergangenen Monate erst einmal unterbrochen. Ob

dadurch auch die allseits für dieses Jahr erwartete Konjunkturerholung

abgesagt werden muss, hängt wesentlich von der Entwicklung der

(gesundheitlichen) Bedrohungen und der wirtschaftlichen Einschränkungen in

Asien ab. Für die Finanzmarktteilnehmer stehen daher diese Entwicklungen

ganz oben auf der Beobachtungsliste.