Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Kampf mit dem Virus geht weiter

 

Frankfurt, 14. Februar 2020

 

Entgegen vieler Erwartungen beruhigt sich die Lage beim Covid-19-Virus in

Asien nicht. Im Gegenteil: Die Dimension der Epidemie hat sich in dieser

Woche durch neue Messverfahren noch einmal vervielfacht. Die Konsequenz:

Die Produktionsunterbrechungen in China halten an. Die Börsen beweisen

immer noch eine bemerkenswerte Robustheit. Sollte es nicht noch zu einer

weltweiten Eskalation der Krankheit kommen, erscheint diese auf längere Sicht

auch angemessen. Kurzfristig könnten jedoch Meldungen von Produktionsunterbrechungen

durch Knappheiten von Vorleistungsgütern weltweit zu

Kurskorrekturen führen. Der wirtschaftliche Ausblick leidet unter dieser

Unsicherheit ebenfalls, insbesondere in Europa, wo die Konjunktur ohnehin

nicht besonders kräftig ist. Dies hat auch den Euro gegenüber dem US-Dollar

etwas günstiger werden lassen.

 

Kalte Dusche

 

Eine kalte Dusche steht den Finanzmarktteilnehmern bevor: Die

Stimmungsumfragen unter Finanzmarktteilnehmern und Einkaufsmanagern

werden in der kommenden Woche nach unten gehen. Damit würde der

Erholungstrend der vergangenen Monate erst einmal unterbrochen. Ob

dadurch auch die allseits für dieses Jahr erwartete Konjunkturerholung

abgesagt werden muss, hängt wesentlich von der Entwicklung der

(gesundheitlichen) Bedrohungen und der wirtschaftlichen Einschränkungen in

Asien ab. Für die Finanzmarktteilnehmer stehen daher diese Entwicklungen

ganz oben auf der Beobachtungsliste.

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Börse immun gegen Virus

 

Frankfurt, 7. Februar 2020

 

Es war trotz allem eine erfolgreiche Börsenwoche. Obwohl die

Einschränkungen im öffentlichen Leben in China weiterhin bestehen, legten

die Kurse weiter zu. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Geschwindigkeit der

Ausbreitung des Coronavirus langsam abnimmt. Sollte dies anhalten, würde

selbst eine teilweise Verlängerung der Zwangsferien für die chinesischen

Betriebe den Aktienmärkten keinen größeren Schaden zufügen. Die übrigen

Wirtschaftszahlen der Woche zeigten sich einigermaßen robust, allerdings

bleibt das Wachstumstempo weltweit äußerst mäßig. Dies spiegelte sich auch

in den Ergebnissen der laufenden Gewinnsaison der Unternehmen in den USA

und Deutschland wider, welche die moderat positiven Erwartungen der

Analysten erfüllen konnten.

 

China steht im Zentrum

 

Die wichtigste Entscheidung für die wirtschaftlichen Aussichten wird am

Wochenende in China gefällt, nämlich ob und inwieweit die Zwangspause der

chinesischen Betriebe wieder aufgehoben werden kann. In der kommenden

Woche stehen Wirtschaftsdaten aus Deutschland im Mittelpunkt. Die Sentix-

Umfrage wird einen ersten Eindruck über die Auswirkungen des Coronavirus

auf die Unternehmensstimmung geben. Mit der Veröffentlichung der

Wachstumszahlen für das abgelaufene Jahr wird sich auch zeigen, ob die

zuletzt schwachen Zahlen aus der deutschen Industrie das Bild noch einmal

eingetrübt haben.

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Coronavirus überschattet alles

 

Frankfurt, 31. Januar 2020

Die Märkte hatten in der zurückliegenden Woche viel zu verarbeiten. Ein

leicht enttäuschender ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland machte den

Auftakt, die amerikanische Notenbank Fed präsentierte sich zur

Wochenmitte unaufgeregt und zum Wochenschluss tritt das Vereinigte

Königreich aus der Europäischen Union aus (Brexit). Dies und die

ordentlichen Meldungen aus der Unternehmensberichtssaison hätten

schon für unterschiedliche und auch spürbare Marktbewegungen sorgen

können. Doch zumindest medial dominant war unzweifelhaft der

Coronavirus. Die Ansteckungszahlen in China sind weiter spürbar

angestiegen. Dies hat in der Wochenbilanz Aktienkurse,

Staatsanleiherenditen und den Rohölpreis mit gedrückt. Indes sind die

Marktreaktionen begrenzt, weil auch die Auswirkungen auf die

Weltwirtschaft als zeitlich wie im Ausmaß begrenzt zu erachten sind.

US-Präsidentschaftswahl wirft Schatten voraus

 

Die anstehende Börsenwoche wird abermals von der medialen

Aufmerksamkeit für den Coronavirus begleitet sein. Nicht zuletzt aufgrund

der sehr strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in China wird

davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche der Höhepunkt der

Ansteckungen erreicht wird. Ein Blick der Anleger gen Westen in die USA

lohnt sich in anderer Hinsicht: Dort beginnt der eigentliche Vorwahlkampf

der Demokraten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten.

Ergänzend schauen Börsianer auf die Veröffentlichung der

Einkaufsmanagerindizes sowie den Arbeitsmarktbericht, um die

Einschätzung zum konjunkturellen Fortgang in den USA zu überprüfen.

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Wie gewonnen, so zerronnen

 

Frankfurt, 24. Januar 2020

 

Die Aktienwoche begann mit einem Paukenschlag. Mit 13.640 Punkten

erreichte der DAX im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Jedoch war der

Jubel noch nicht verklungen, da zog sich das Börsenbarometer auch schon

wieder zurück. Auch die Renditen an den Anleihemärkten sanken als

Ausdruck von Flucht der Anleger in sichere Häfen. Die Ängste vor den

Auswirkungen der hoch ansteckenden Lungenkrankheit aus China

überschatteten den sonst eigentlich positiven Wirtschaftsausblick. Man

dachte zurück an die Pandemie der SARS-Krankheit aus dem Jahr 2003, die

in einigen asiatischen Ländern sogar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

abgebremst hatte. Zum Wochenausklang erholten sich die Märkte

allerdings wieder.

 

Neues Kapitel

 

Die Nachrichten aus China über die gesundheitliche Bedrohungslage

werden von den Börsianern weiterhin aufmerksam verfolgt werden,

wenngleich die Wahrscheinlichkeit für eine allenfalls geringe mögliche

Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aussichten spricht. Ein weiteres

Thema der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des wichtigsten

deutschen Wirtschaftsbarometers, des ifo-Geschäftsklimas sein. Dieses wird

voraussichtlich eine weitere Erholung anzeigen. Und am Freitag ist dann

endlich der Austrittstermin des Vereinigten Königreichs aus der EU erreicht

und damit der Beginn eines neuen Kapitels britischer und europäischer

Geschichte.

 

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Optimisten bekommen Recht

 

Frankfurt, 17. Januar 2020

 

Der Konjunkturhimmel hellt sich auf. Die Zahlen des Statistischen

Bundesamtes deuten darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt in

Deutschland auf den letzten Metern des vergangenen Jahres nicht mehr

gesunken ist. Die Stimmungsindikatoren zeigen erstmals seit gut einem

Jahr wieder nach oben und selbst für das gebeutelte Exportgeschäft gibt es

erste Anzeichen der Besserung. Dies nicht zuletzt, weil sich auch in den

jüngsten Zahlen aus der chinesischen Volkswirtschaft ein stabiles Wachstum

– verbunden mit mehr Investitionen – herauslesen lässt. Alles zusammen

bestätigt die Arbeitshypothese der Börsianer, dass zum anhaltenden

Niedrigzinsumfeld auch ein solides wirtschaftliches Fundament

hinzukommt. Aus dieser Kombination ergeben sich gute Aussichten für die

Aktienmärkte.

 

Freundliche Konjunktursignale bitte

Die Handelsvereinbarung zwischen den USA und China ist von den Börsen

schon vor der Unterzeichnung honoriert worden. Nun schauen die

Marktteilnehmer auf die Großwetterlage. In der kommenden Woche stehen

hier die Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt des Interesses. Neben dem

Einkaufsmanagerindex der europäischen Industrie, steht als zweites

Highlight die Sitzung des EZB-Rates, bei der über die Neuausrichtung der

geldpolitischen Strategie beraten wird, auf der Agenda.

 

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Sparkasse unterstützt die Kulturwerkstatt Kaufbeuren

Seit vielen Jahren unterstützt die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren die wertvolle Arbeit der Kulturwerkstatt. Marketingleiter Michael Sambeth und Kollegin Julia Hollmann übergaben nun eine Spende über 4.000 Euro an die Kulturwerkstatt für das Projekt JUMP. „JUMP“ steht für Jugend mit Perspektive und soll durch Chancen- und Bildungsgerechtigkeit Perspektiven für junge Menschen eröffnen. Michael Sambeth, Leiter Marketing der Sparkasse, freut sich auf die weitere, enge Zusammenarbeit.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Bye, bye, Britain!

Frankfurt, 20. Dezember 2019

Nach dem deutlichen Wahlerfolg der Konservativen in Großbritannien, hat der Brexit für Premierminister Johnson die höchste Priorität. Kurz vor Weihnachten wurden insofern noch einmal rasch politische Pflöcke eingerammt. Leider kehrt unmittelbar das Risiko des Austritts ohne Abkommen mit Wucht zurück, denn bis Ende 2020 wird ein neues Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien kaum verhandelt sein können. Und eine Verlängerung der Übergangsfrist kommt für Johnson aktuell nicht in Frage. Diese Nachricht hätte die Märkte negativ beeinflussen können, wäre da nicht der Anstieg des ifo Geschäftsklimas in Deutschland und die gute Nachricht von der Handelsfront: Die USA und China haben statt weiterer Eskalation die sogenannte erste Phase der großen Übereinkunft erreicht. So schwangen sich zumindest amerikanische Börsen zu neuen Höchstständen auf.

Weihnachtliche Ruhe
An den Märkten wird es ruhiger. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Wertpapierkäufe für dieses Jahr bereits eingestellt und der Datenkalender ist stark ausgedünnt. Aber: In den Niederlanden hat der Nikolausabend eine deutlich höhere Bedeutung als Weihnachten. So kommt es, dass der Welthandelsmonitor von Centraal Planbureau an Heiligabend veröffentlicht wird. Danach dürfte die Jahresveränderungsrate der globalen Industrieproduktion erstmals seit der großen Finanzkrise 2009 im negativen Terrain landen und eine globale Industrie-Rezession anzeigen. Davon lassen wir uns die weihnachtliche Stimmung aber nicht verderben.

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Erste EZB-Sitzung unter neuer Präsidentin

Frankfurt, 13. Dezember 2019

Die vorgezogene Neuwahl in Großbritannien ist sicherlich ein bemerkenswertes Ereignis in dieser Woche. Diese hat die Möglichkeit zu Fortschritten im Brexit-Prozess gebracht. An den Devisenmärkten wurde dieses Ereignis erwartet, der Pfund Wechselkurs hatte bereits in den vergangenen Wochen fester tendiert. Diese Bewegung wird durch die Gewissheit des Wahlausgangs jetzt weiter unterstützt. Wichtiger für die Finanzmärkte war die erste EZB-Zentralbanksitzung unter Leitung der neuen Präsidentin Lagarde und ihre Aussagen zur Geldpolitik. Diese waren sehr vorsichtig und deuteten keine neue Richtung der Geldpolitik und damit für die Zinsen im Euroland an. Insge-samt blieben die Bewegungen an Aktien- und Rentenmärkten sehr moderat. Für eine wesentlich größere Kursbewegung sorgte der von US-Präsident Trump angekündigte Durchbruch beim Zollstreit, der eine Übereinkunft in einer ersten Stufe vorsieht. Damit ist ein zumindest vorläufiges Ende von nach oben drehenden Zollspiralen besiegelt. Sollte es zu dieser Einigung kommen, dürfte es dazu führen, dass sich die konjunkturellen Stimmungsindikatoren weiter leicht aufhellen.

Letzte wichtige Konjunkturindikatoren in diesem Jahr
Keine Rezession, sondern eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau dürften die Einkaufsmanagerindizes für den Dezember im Euroraum andeuten. Ergänzt werden die Daten durch das deutsche Ifo-Geschäftsklima. Der Handelskonflikt mit den USA und der Verzicht auf umfangreiche Konjunkturprogramme seitens des chinesischen Regierung haben 2019 zu einem Rückgang des Wachstums der chinesischen Industrieproduktion geführt. Angesichts eines niedrigen Oktober-Werts und des jüngsten Anstiegs der chinesischen Einkaufsmanagerindizes dürfte sich das Wachstum der Industrieproduktion im November leicht beschleunigt haben.

Sparkasse Kaufbeuren unterstützt die Musikkapelle Frankenhofen mit 500 €

Pressemitteilung

  1. November 2019

 

Die Musikkapelle Frankenhofen setzt sich mit viel Herzblut und Enthusiasmus für die Ausbildung ihrer Jugendmusikanten ein. Damit der Nachwuchs auch optisch ein gutes Bild abgibt hat die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren die Musikkapelle mit einer Spende für die Ausstattung der Jugend mit neuen Trachten unterstützt.

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Unaufgeregt

Frankfurt, 29.November 2019

 

Eine Woche ohne große Aufreger hat dem deutschen Aktienmarkt einen ruhigen Verlauf beschert. Konjunkturelle Frühindikatoren deuten weiter darauf hin, dass der starke Abwärtstrend in der Industrie erst einmal gebrochen ist. Ob dies aber nur eine Verschnaufpause auf dem Weg nach unten ist, oder tatsächlich bessere Zeiten für die deutsche Produktion anbrechen, ist längst noch nicht entschieden. Die Aktienmärkte hatten diese Entwicklung allerdings bereits in den vergangenen Wochen mit Kursaufschlägen quittiert. An den Anleihemärkten hat sich der Seitwärtstrend auf niedrigem Niveau fortgesetzt. Noch gibt es keine Aussagen der neuen EZB-Spitze zu Veränderungen in der Geldpolitik, und die Daten lassen eine neue Ausrichtung auf absehbare Zeit auch nicht erwarten.

 

Öl, Aufträge, Arbeitsmarkt

Vom halbjährlichen OPEC-Treffen in der kommenden Woche kann man erwarten, dass die Produktionsobergrenze vorerst nicht gesenkt wird. Allerdings steigt der Druck für freiwillige Produktionskürzungen, um so zu verhindern, dass der Ölmarkt in eine Überversorgung gerät und der Ölpreis damit unter Druck gerät. Zahlen zu Auftragseingängen und Industrieproduktion in Deutschland werden am Freitag Aufschluss darüber geben, ob sich die bereits jetzt längste Industrierezession fortsetzt. Der USArbeitsmarktbericht für November dürfte weiterhin bestätigen, was viele Marktteilnehmer schon erahnen, nämlich, dass sich die US-Wirtschaft auf einem relativ soliden Wachstumspfad befindet.