Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Zweite Welle belastet

Frankfurt, 25. September 2020

In der zurückliegenden Woche kam es an den Aktienmärkten zu Verkäufen. Der Grund: Die stellenweise drastisch angestiegenen Covid-19-Neuinfektionen in vielen Staaten rund um den Globus. Die zweite Welle der Pandemie ist damit auch an den Finanzmärkten spürbar. Der deutsche Leitindex, Dax, gab fünf Prozent nach, weltweit lagen die Kursrückgänge im Schnitt bei rund drei Prozent. Zwar ist eine zweite Welle in den Szenarien der Analysten enthalten, allerdings kommt sie früher als erwartet. Die Befürchtungen, dass im Herbst die wirtschaftlichen Einschränkungen wieder zunehmen werden, lassen die Marktteilnehmer vorsichtig werden. Dazu kommen die politischen Risiken der US-Präsidentschaftswahl. Den „Worst Case” stellt ein unklarer Wahlausgang, verbunden mit einer Staatskrise in den USA dar. Trotz dieser Belastungen schreitet die Wirtschaftserholung weiter voran. Zwar stieg in Deutschland der Ifo-Geschäftsklimaindex weiter an, er legt aber eine Spaltung der Wirtschaft offen: die Industrie funktioniert wieder relativ gut, die Dienstleistungsbranchen bleiben pessimistisch.

Säbelrasseln in den USA: Duell im Fernsehen

Das politische Highlight der anstehenden Woche ist das erste Fernsehduell zwischen Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden. Für die Kapitalmärkte stellen alle Ergebnisse, die den bisherigen Vorsprung von Biden in den Wahlumfragen schrumpfen lässt, eine Belastung dar. Denn damit würde das Risiko eines Patts ansteigen. Wesentlich für den Wahlausgang dürften auch die Arbeitsmarktzahlen am kommenden Freitag sein. Noch gibt es in den USA Corona-bedingt etwa acht Millionen Jobs weniger als vor dem Ausbruch der Pandemie. Zwar wird wohl auch für den September ein weiterer kräftiger Arbeitsplatzaufbau gemeldet werden, aber die Dynamik dürfte sich angesichts der zweiten Infektionswelle abgeschwächt haben.

 

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Kulturwerkstatt Kaufbeuren erhält Spende

Die Sparkasse Kaufbeuren fördert erneut das Projekt „JUMP” mit 4.000 Euro

Seit vielen Jahren verbindet die Kreis- und Stadtsparkasse und die Kulturwerkstatt Kaufbeuren eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit. „Gerade deshalb ist es uns in Krisenzeiten wichtig, un-sere Partner weiterhin zu unterstützen und Hilfsbereitschaft zu zeigen”, sagt Angelo Picierro, Vor-standsmitglied der Sparkasse. Auch heuer konnte der regionale Finanzdienstleister mit 4.000 Euro das Projekt „Jugend mit Perspektive” unterstützen und so die wertvolle Arbeit der Kulturwerkstatt Kaufbeuren ermöglichen. JUMP setzt auf Chancen- und Bildungsgerechtigkeit und möchte gerade jungen Menschen aus sozial schwachen Familien Perspektiven eröffnen. Thomas Garmatsch, Leiter der Kulturwerkstatt, unterstreicht: „Diese spannenden Zeiten zeigen wirklich, auf wen Verlass ist. Hier möchte ich mich recht herzlich beim Team der Sparkasse bedanken.”

V.l.n.r.: Angelo Picierro, Vorstandsmitglied der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, Simone Dopfer, in der Kulturwerkstatt zuständig für Fördermittel und Inklusion, Thomas Garmatsch, pädagogischer und künstlerischer Leiter der Kulturwerkstatt sowie Birgit Pfeifer, stellv. Vorstandsmitsglied der Sparkasse

Foto: Sparkasse

 

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Richtungslos

Frankfurt, 18. September 2020

Die Ereignisse und Daten aus der zurückliegenden Woche gaben den Kapitalmärkten kaum Impulse – eine richtungslose Woche an den Aktienmärkten. Die Europäische Union verkündete ein neues Klimaziel, aus den Brexit-Verhandlungen drangen etwas versöhnlichere Töne nach außen und die US-amerikanische Notenbank setzte ihre vorsichtige Beurteilung des Erholungszustandes in der amerikanischen Wirtschaft fort. Dazu passten die neuesten Informationen vom US-Arbeitsmarkt, die weiterhin nur eine moderate Entspannung bei der durch Corona stark angestiegenen Arbeitslosigkeit anzeigten. Die weiterhin steigenden Infektionszahlen der zweiten Welle in Europa beunruhigen die Marktteilnehmer. Eine deutliche Reaktion wird es wahrscheinlich jedoch nur im Falle von neuerlichen landesweiten Stilllegungen des Wirtschaftslebens geben. Das wird von den allermeisten Marktteilnehmern gleichwohl als sehr unwahrscheinlich angesehen.

Stimmungstest für die Erholung

In der kommenden Woche stehen die neuesten Stimmungsumfragen zum Zustand der europäischen Konjunktur im Zentrum des Geschehens. Insbesondere die Einschätzung der augenblicklichen Lage sollte die Einkaufsmanager–Umfrage und den Ifo-Geschäftsklima Index weiter stabilisieren. Dagegen könnten sich die Unternehmenserwartungen über die kommenden Monate etwas eingetrübt haben. Ein Grund dafür liegt in den ansteigenden Covid-19-Infektionen. Weiterhin werden Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht. Diese werden bestätigen, dass der weltweite coronabedingte Wirtschaftseinbruch wieder wettgemacht ist, wenngleich mit starken regionalen Unterschieden: Asien liegt hier weit vor den USA, Europa im Mittelfeld.

 

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Korrektur hält an

Frankfurt, 11. September 2020

Die Korrektur an den Aktienmärkten, die sich in der Vorwoche insbesondere bei US-amerikanischen Hightech-Werten andeutete, hielt an. Nachdem der Technologieindex Nasdaq von seinem letzten Höchststand knapp 10 Prozent nachgegeben hatte, setzen zwar zur Wochenmitte wieder Käufe ein. Eine nachhaltige Erholung war dies aber nicht. Die Kursbewegungen zeigen, dass es in den letzten Wochen mit dem Börsenaufschwung einfach zu schnell ging. Hier zeigt sich aber auch wieder, dass viele Anleger noch an der Seitenlinie stehen und ihre Aktienbestände aufstocken wollen. Das K.o.-Kriterium für die Aktienmärkte wäre jedoch wohl ein neuerlicher Stillstand der Wirtschaft etwa aufgrund von erneuten landesweiten Schulschließungen. Nach der US-Fed hat nun auch die EZB deutlich gemacht, dass sie noch sehr lange an ihrem ultralockeren geldpolitischen Kurs festhalten wird. Auch dies ist eine starke Stütze für die Märkte.

Starkes drittes Quartal

Die Konjunkturerholung verlangsamt sich zwar gerade. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft sollte mit 6 Prozent im dritten Quartal dennoch kräftig ausfallen. Das dürfte auch die Konjunkturumfrage des ZEW-Instituts aus Mannheim für den September feststellen. Die Ergebnisse werden in der kommenden Woche veröffentlicht. Ebenfalls in den nächsten Tagen tagt die US-Notenbank. Wie bei der EZB erwarten die Beobachter keinen Wechsel der konjunkturfreundlichen Politik. Ob die laufende Verhandlungsrunde über den Brexit tatsächlich so aussichtslos verläuft, wie es zu Beginn ausgesehen hat, erweckt außerhalb des Vereinigten Königreichs schon kaum mehr Aufmerksamkeit.

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Konsolidierung geht weiter

 

Frankfurt, 21. August 2020

 

Die Konsolidierung am Aktienmarkt schreitet voran. Nach dem spektakulären Einbruch infolge der weltweiten Corona-Shutdowns im März hatten die Aktienmärkte in den USA wie auch in Europa eine der schnellsten Erholungen ihrer Geschichte hingelegt. Die Aussicht auf eine wirtschaftliche Entspannung wie auch die hohe Liquiditätsbereitstellung durch die Notenbanken waren hier die treibenden Kräfte. Seit Mitte Juli herrscht nun – bis auf die weiter ansteigende amerikanische Technologiebörse Nasdaq – eine Konsolidierungsphase an den Weltbörsen, die sich auch in der vergangenen Woche fortsetzte. Unsicherheiten wie die US-Präsidentschaftswahlen oder die Entwicklung der Corona-Pandemie werden diese Konsolidierung auch in den kommenden Wochen anhalten lassen. Perspektivisch ist das Umfeld für Unternehmenswerte weiterhin gut: Die geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen bleiben erhalten und die US-Wahlen werden die Wirtschaftspolitik der USA am Ende auch nicht wirklich ändern.

 

Signale aus Konjunktur und Geldpolitik

Durch die Corona-Pandemie erlebte die deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr 2020 einen schweren Wirtschaftseinbruch. Die Corona-Rezession scheint gleichwohl ihr Ende erreicht zu haben. Im dritten Quartal ist davon auszugehen, dass Deutschland wieder auf den Wachstumspfad zurückfindet. Darauf dürfte auch das ifo Geschäftsklima im August hindeuten. Bislang sind es eher die Hoffnungen an die Zukunft, die das deutsche Wirtschaftsbarometer wieder aufgerichtet haben. Die gegenwärtige Lage halten die Unternehmenslenker immer noch für sehr unbefriedigend. Spannend wird es in der kommenden Woche auch rund um die US-Gelpolitik. Auf der jährlichen Fed-Konferenz in Jackson Hole erwarten die Marktteilnehmer Aufschlüsse über die Ausrichtung der mächtigsten Notenbank der Welt in den zwanziger Jahren.

 

 

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Tech-Werte: Dämpfer zum Wochenschluss

 

Frankfurt, 04. September 2020

 

Nachdem die Technologiewerte noch bis zur Wochenmitte immer neue Höchststände erreicht hatten, ging der Rallye zum Ende der Woche die Puste aus. Mit immer größerer Skepsis war in den letzten Wochen insbesondere der Aufstieg der Internet-Unternehmen beobachtet worden. Für die übrigen Aktienunternehmen hatte dieser Rücksetzer jedoch nur milde Folgen. Sie waren beim bisherigen Börsenaufschwung kaum dabei gewesen. Insgesamt wird das Börsenumfeld etwas rauer. Während in den vergangenen Wochen die Auslastung in vielen Bereichen der Wirtschaft stark zunahm, wird die Luft nun dünner. Die weitere Erholung wird deutlich langsamer vorangehen.

 

Gemischte Signale

Die Daten zur deutschen Industrieproduktion für den Juli werden in der kommenden Woche weiteren Aufschluss über die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise liefern. Das wirtschaftspolitische Highlight der nächsten Woche ist die Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank. Nachdem die US-Notenbank in der vergangenen Woche ihre Strategie geändert hat, wird gespannt auf die Kommentare aus der europäischen Notenbank gewartet. Zwar ist bei dieser Sitzung noch nicht mit der Ankündigung einer neuen Strategie im Euroraum zu rechnen, aber Signale in Richtung einer Verlängerung der bisherigen Niedrigzins und Anleihepolitik sind wahrscheinlich.

 

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Geldpolitik bleibt länger expansiv

 

Frankfurt, 28. August 2020

 

Eine wichtige Weichenstellung gab es in Washington: Die US-Notenbank hat ihre geldpolitische Strategie geändert. Hatte man bislang das einfache Ziel, eine Inflationsrate von zwei Prozent anzusteuern, so wird man dieses Ziel jetzt über den Durchschnitt eines längeren Zeitraums verfolgen. Anlass hierfür sind die zu niedrigen Inflationsraten der vergangenen Jahre, die nun durch etwas höhere Raten in der Zukunft ausgeglichen werden dürfen. Das bedeutet eine noch längere Ausdehnung der expansiven Politik mit ultraniedrigen Zinsen und hohen Geldmengen als ohnehin bereits erwartet. Aktienkurse werden durch diesen Schwenk weiter unterstützt. Der US-Dollar dürfte durch diese Strategieänderung eher weiter leicht geschwächt werden.

 

Inflation gering – Erholung läuft

Auch im Euroraum ist die Teuerungsrate sehr gering: Nur noch 0,1 Prozent werden für die kommende Veröffentlichung der Inflationsrate im August erwartet. Die wichtigsten Indikatoren zur weltweiten Konjunkturerholung kommen in der nächsten Woche aus China und aus den USA. In China werden die Stimmungswerte der Industrie gemessen. Da es dort bislang nicht zu einer zweiten Infektionswelle gekommen ist, bleibt die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. In den Vereinigten Staaten wird der monatliche Arbeitsmarktbericht zwar wieder einen Stellenaufbau in Millionenhöhe ausweisen, die gesamtwirtschaftliche Erholung verläuft allerdings nicht ganz so glatt wie beim asiatischen Konkurrenten.

 

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Die zweite Welle ist da

Frankfurt, 14. August 2020

Mehr als 50 Länder weltweit verzeichnen gegenwärtig wieder mehr als 20 Prozent tägliche Neuinfektionen auf dem Hochpunkt der ersten Welle. Wir sind also schon mitten drin in der zweiten Corona-Welle. Der Aktienmarkt steckt diese Entwicklung gut weg, denn die Infektionszahlen bleiben auf deutlich niedrigerem Niveau als noch im März und April. Mit dieser Gelassenheit dürfte es erst dann vorbei sein, wenn die Kurven wieder exponentiell nach oben zeigen, weil damit das Szenario eines zweiten flächendeckenden Shutdowns heraufbeschworen würde. Die Wirtschaft lernt langsam, mit dem Virus zu leben. Die Erholung in Produktion und Einzelhandel geht weiter, und die Geschäftsergebnisse der Unternehmen aus dem zweiten Quartal fielen zwar historisch schlecht aus, allerdings waren die Erwartungen im Vorfeld noch pessimistischer. Vor diesem Hintergrund kämpfte der deutsche Aktienmarkt in dieser Woche mit der Marke von 13.000 Punkten, ohne diese allerdings nachhaltig überwinden zu können.

Wieder Wachstum in Sicht

Die Europäische Währungsunion durchläuft die schwerste Wirtschaftskrise seit ihrem Bestehen. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung um mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurückgegangen. Die Corona-Rezession dürfte aber dennoch nicht in das zweite Halbjahr hineinreichen. Bereits im dritten Quartal ist in Euroland wieder mit der Rückkehr auf den Wachstumspfad zu rechnen. Darauf dürften auch die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für den August hinweisen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Ein weiterer Hingucker für die Kapitalmärkte ist Mitte der Woche das Protokoll der Fed-Sitzung. Die US-Notenbank ist auf der Suche nach einer neuen geldpolitischen Strategie, und die Märkte erhoffen sich Einblicke in den Diskussionsstand bei den Währungshütern.

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Gold glänzt in der Brandung

Frankfurt, 7. August 2020

In der zurückliegenden Woche überraschten die Konjunkturindikatoren mit positiven Nachrichten, wie etwa die Auftragseingangs- und Produktionsdaten der deutschen Industrie. Doch es wäre an dieser Stelle zu einfach lediglich von erfreulichen Nachrichten zu sprechen, die Nachrichtenlage ist zunehmend unterschiedlich. So wurden in der Eurozone Einbrüche des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal im mittleren einstelligen Bereich bei den baltischen Volkswirtschaften und mehr als minus 18 Prozent in Spanien gemeldet. Zudem nehmen die politischen Spannungen zwischen den USA und China erneut zu und die Corona-Infektionen rücken sowohl in Nah als auch in Fern auch bei den Investoren wieder stärker ins Bewusstsein. Gold glänzt in der von Unsicherheit geprägten Situation als Fels in der Brandung. Der Preis je Feinunze stieg über die 2.000-US-Dollar-Marke und markierte damit einen neuen Höchststand.

Wirtschaft tut sich schwer mit der Pandemie

Die in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten versprechen Spannung. Die Umfragen bei Finanzanalysten von Sentix und dem ZEW können zu Wochenbeginn die Sorgen um die zweiten Wellen der Corona-Pandemie reflektieren. Am Mittwoch steht das britische Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals zur Veröffentlichung an. Experten prognostizieren nichts Gutes. So liegen die Schätzungen bei einem gravierenden Minus von rund 20 Prozent, was auch mit dem Brexit zu tun hat. Zum Wochenschluss kommen immerhin versöhnliche Signale aus den USA seitens der Einzelhandelsumsätze und der Industrieproduktion.

 

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Mühsame Vergangenheitsbewältigung

Frankfurt, 31. Juli 2020

Auch wenn an den Börsen die Zukunft gehandelt wird, kann manchmal der Blick in den Rückspiegel schmerzlich sein. Als am Donnerstag der historische Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal mit einem Minus von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal bekannt gegeben wurde, gaben die europäischen Aktienmärkte spürbar nach. Obwohl dieser Rückgang Corona bedingt erwartet wurde, tut diese Vergangenheitsbewältigung trotzdem weh. Bei der laufenden Quartalsberichtssaison der Unternehmen werden die Erwartungen zwar tendenziell positiv übertroffen, Kursphantasie erwächst daraus kurzfristig aber kaum. Auch die weltweit anhaltend hohen Corona- Infektionszahlen tragen nicht zur Zuversicht bei.

Im Fokus: Nachrichten aus den USA

Von Ruhe oder Sommerloch kann auch in der nächsten Woche nicht die Rede sein. Neben den Unternehmensberichten stehen viele Konjunkturindikatoren auf der Agenda. Der Fokus dürfte sich am Montag auf die USA richten, wenn der ISM-Index von einer Besserung im dortigen Verarbeitenden Gewerbe künden dürfte und am Freitag ein weiterer nennenswerter Beschäftigungsaufbau die dringend notwendige Erholung am US-Arbeitsmarkt im Juli bekannt gegeben wird. Markteinflüsse können auch von der Innenpolitik der USA ausgehen, wie die schwierigen Gespräche um die konkrete Ausgestaltung des neuen Konjunkturpakets zeigen.