Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Flächenbrand

Frankfurt, 26. Februar 2021

Der Anstieg der Renditen an den Kapitalmärkten entwickelt sich zum Flächenbrand. Die sich immer klarer abzeichnende Normalisierung der Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch lässt die ultraniedrigen Zinsen des vergangenen Jahres nicht mehr angemessen erscheinen. Deflationssorgen werden abgelöst durch Inflationsängste. Steigende Renditen verschlechtern die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen und wirken sich daher negativ auf die Aktienmärkte aus. Der DAX schwächelte, ebenso die asiatischen Märkte sowie die Technologiewerte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Belastungen werden bleiben bis sich der Renditeanstieg beruhigt. Dann könnten auch die Aktien wieder kräftig anspringen. Denn hinter diesen Marktbewegungen steht eine sich erholende Konjunktur, die für die kommenden zwei Jahre ein hohes Wachstum verspricht.

Im Fadenkreuz der Kapitalmärkte: Die Inflation
In der kommenden Woche werden in Europa die Inflationszahlen für den Februar gemeldet. Nach den für viele alarmierenden Januar-Zahlen werden die neuen Daten für Beruhigung sorgen, da ein Großteil des Januar-Anstiegs auf Einmalfaktoren zurückzuführen war. Im Februar sind diese nicht mehr vorhanden. Trotzdem bleibt die Inflation im Fadenkreuz der Kapitalmarktteilnehmer. Für die USA wird in der kommenden Woche der Arbeitsmarktbericht Hinweise darauf geben, ob die bislang sehr gute Wirtschaftserholung weitergeht.

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