Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Neues Konjunkturpaket in Amerika

Frankfurt, 15. Januar 2021

Weniger spektakuläre Ereignisse als intensive Aktivitäten hinter den Kulissen bewegten die Finanzmärkte in der abgelaufenen Woche. In den USA arbeitet die neue Regierung Biden an einem weiteren, mittlerweile dem sechsten, Corona-Konjunkturpaket. Dies bedeutet einerseits eine Verbesserung des Wachstumsausblicks für die US-Wirtschaft, andererseits jedoch auch einen weiteren hohen Kapitalbedarf für den Staatshaushalt. Dies ließ die Renditen an den Anleihemärkten nach langer Zeit wieder ansteigen, was vorübergehend auch bei Bundesanleihen zu beobachten war. Für die Aktienmärkte wiederum sind steigende Zinsen Gift, allerdings war die Dosis noch zu gering, um Rückgänge bei Anteilsscheinen auszulösen. Dabei half auch, dass die Notenbanken sich sofort äußerten, ihre Geldpolitik aufrecht zu erhalten, was dämpfend auf den Renditeanstieg wirkte.

Geldpolitik nach der Krise

In der kommenden Woche tagt der Europäische Zentralbankrat. Mit neuen Maßnahmen angesichts der zu erwartenden Verschärfung des Lockdowns ist nicht zu rechnen, da die Notenbank bereits ein umfangreiches Paket auf den Weg gebracht hat. Trotz der schwierigen Umstände für die Wirtschaft schielen die Finanzmärkte bereits auf die Zeit nach Corona und erwarten Aufschlüsse über die künftige Geldpolitik. Ferner werden Stimmungsumfragen aus der europäischen Wirtschaft veröffentlicht. Diese werden zeigen, dass eine robuste Industrie sich zur wichtigen Stütze für die europäische Gesamtwirtschaft entwickelt hat.

Ihre Ansprechpartner in der Deka-Gruppe:

Holger Ullrich                                                       Steffie Müller
Telefon: +49 69 7147 7207                          +49 69 7147 2571
E-Mail: holger.ullrich@deka.de                   steffie.mueller@deka.de