Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Politischer Schock und steigende Märkte

Frankfurt, 08. Januar 2021

Die Erstürmung des US-amerikanischen Parlaments durch fanatische Trump-Anhänger markiert einen weiteren Höhepunkt in der Sorge um die politische Zukunft des Landes. An den Finanzmärkten bildete sich dies jedoch nicht ab, da es sich um eine schleichende Entwicklung handelt, deren Gewicht bei aller gegenwärtigen Dramatik in der Zukunft ungewiss bleibt. Dagegen brachte das Ergebnis der Senats-Nachwahlen in Georgia eine neue handfeste Perspektive für die kommende US-Regierung. Mit einer, wenn auch nur hauchdünnen, Mehrheit nun auch im Senat werden die Demokraten sehr viel mehr Durchsetzungsmöglichkeiten haben, etwa bei Wirtschaftsmaßnahmen. So sollte das neue Konjunkturprogramm kräftiger ausfallen als bislang erwartet. Die Aktienmärkte quittierten dies mit neuen Höchstständen. In Deutschland ging es für den Dax hinauf auf 14.000 Punkte. An den Anleihemärkten gab es demgegenüber leichte Kursrückgänge, weil der Finanzierungsbedarf des Staates noch weiter ansteigen wird.

Auswirkungen von Corona
Insbesondere für die US-Wirtschaft wird in der kommenden Woche eine Fülle von Konjunkturdaten gemeldet werden, so etwa der Einzelhandelsumsatz oder die Industrieproduktion. Sie können weiteren Aufschluss geben über die Auswirkungen der neuerlichen Lockdown-Bedingungen auf die US-Volkswirtschaft, die bislang verhältnismäßig gering geblieben sind. Für Europa steht mit dem Sentix-Indikator der Beginn der monatlichen Stimmungsumfragen auf dem Programm. Auch hier steht im Vordergrund, wie sich die zweite Corona-Welle auf die Unternehmen niederschlägt.

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