Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Corona-Mutations-Schreck währt nur kurz

Frankfurt, 23. Dezember 2020

Die Nachricht von einer noch weit ansteckenderen Mutation des Corona-Virus, die im Vereinigten Königreich vermehrt beobachtet wurde, hat Anfang dieser Woche die Märkte mächtig durchgeschüttelt. Doch der Schreck war nur von kurzer Dauer. Die Händler vertrauen auf die Wirkmacht der Impfungen sowie der weltweiten geldpolitischen und fiskalischen Unterstützung. In den USA hat sich der Kongress auf ein weiteres umfangreiches Corona-Hilfspaket geeinigt. Dieses könnte der Wirtschaft zusätzlichen Schwung verleihen. Allerdings ziert sich Präsident Trump zu unterschreiben. Derweil signalisieren regionale US-Stimmungsdaten wie auch die deutschen Umsatzsteuervoranmeldungen, dass zumindest die Industrie weiterhin ohne größere Einschränkungen läuft. Insofern lautet die gute Nachricht, dass die Pandemie derzeit die Wirtschaft deutlich weniger bremst als im Frühjahr 2020.

Weihnachtliche Langeweile

Es ist weiterhin nicht klar, ob das Vereinigte Königreich zum 31.12.2020 die EU mit oder ohne Austrittsvertrag verlässt. Die kurzfristigen Grenzschließungen haben jedoch einen gewissen Vorgeschmack darauf gegeben, wie schwierig der Grenzverkehr bei einem harten Brexit werden könnte. Ansonsten stehen in der Nachweihnachtswoche nur wenige Daten zur Veröffentlichung an. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe könnte mit einem leichten Rückgang aufwarten, jedoch auch dann noch ein anhaltend solides Wachstum signalisieren.

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