Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Euro schwächelt

 

Frankfurt, 21. Februar 2020

 

Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Dabei handelt es

sich aber um keine starke Bewegung und auch um keine neue Skepsis

gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro ist so schwach

wie seit sieben Jahren nicht mehr. Für die zu attestierende US-Dollar-Stärke

haben freilich verschiedene einzelne Bausteine gesorgt: Die positive

Zinsdifferenz von US-Anleihen wirkt bei niedriger Volatilität attraktiv für

internationale Anleger, das Coronavirus belastet das exportorientierte Europa

stärker als die relativ geschlossene US-Volkswirtschaft und die generell

gestiegene Risikowahrnehmung wirkt traditionell US-Dollar-freundlich.

Gemessen daran haben sich die Aktienmärkte wacker geschlagen, trotz

Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss.

 

Infizierte Stimmung

 

Die Auswirkungen des Coronavirus bleiben hinreichend unsicher. Am Montag

wird dies auch die Kommentierung des ifo-Geschäftsklimas für Februar

ausmachen. Ein Stimmungsrückgang ist zu erwarten und vermutlich wird

dieser wegen des anhaltenden Stillstands in chinesischen Betrieben nicht der

letzte sein. Ebenfalls interessant ist die unterschiedliche Inflationsentwicklung

dies- und jenseits des Atlantiks. Während die Europäische Zentralbank am

Freitag eher nachgebende Inflationsraten zur Kenntnis nehmen dürfte, blickt

die amerikanische Notenbank Fed zum Wochenschluss auf stabilere

Inflationsdaten, die wiederum Zinssenkungsphantasien im Weg stehen.

 

 

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