Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Der Coronavirus überschattet alles

 

Frankfurt, 31. Januar 2020

Die Märkte hatten in der zurückliegenden Woche viel zu verarbeiten. Ein

leicht enttäuschender ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland machte den

Auftakt, die amerikanische Notenbank Fed präsentierte sich zur

Wochenmitte unaufgeregt und zum Wochenschluss tritt das Vereinigte

Königreich aus der Europäischen Union aus (Brexit). Dies und die

ordentlichen Meldungen aus der Unternehmensberichtssaison hätten

schon für unterschiedliche und auch spürbare Marktbewegungen sorgen

können. Doch zumindest medial dominant war unzweifelhaft der

Coronavirus. Die Ansteckungszahlen in China sind weiter spürbar

angestiegen. Dies hat in der Wochenbilanz Aktienkurse,

Staatsanleiherenditen und den Rohölpreis mit gedrückt. Indes sind die

Marktreaktionen begrenzt, weil auch die Auswirkungen auf die

Weltwirtschaft als zeitlich wie im Ausmaß begrenzt zu erachten sind.

US-Präsidentschaftswahl wirft Schatten voraus

 

Die anstehende Börsenwoche wird abermals von der medialen

Aufmerksamkeit für den Coronavirus begleitet sein. Nicht zuletzt aufgrund

der sehr strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in China wird

davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche der Höhepunkt der

Ansteckungen erreicht wird. Ein Blick der Anleger gen Westen in die USA

lohnt sich in anderer Hinsicht: Dort beginnt der eigentliche Vorwahlkampf

der Demokraten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten.

Ergänzend schauen Börsianer auf die Veröffentlichung der

Einkaufsmanagerindizes sowie den Arbeitsmarktbericht, um die

Einschätzung zum konjunkturellen Fortgang in den USA zu überprüfen.