Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Wie gewonnen, so zerronnen

 

Frankfurt, 24. Januar 2020

 

Die Aktienwoche begann mit einem Paukenschlag. Mit 13.640 Punkten

erreichte der DAX im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Jedoch war der

Jubel noch nicht verklungen, da zog sich das Börsenbarometer auch schon

wieder zurück. Auch die Renditen an den Anleihemärkten sanken als

Ausdruck von Flucht der Anleger in sichere Häfen. Die Ängste vor den

Auswirkungen der hoch ansteckenden Lungenkrankheit aus China

überschatteten den sonst eigentlich positiven Wirtschaftsausblick. Man

dachte zurück an die Pandemie der SARS-Krankheit aus dem Jahr 2003, die

in einigen asiatischen Ländern sogar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

abgebremst hatte. Zum Wochenausklang erholten sich die Märkte

allerdings wieder.

 

Neues Kapitel

 

Die Nachrichten aus China über die gesundheitliche Bedrohungslage

werden von den Börsianern weiterhin aufmerksam verfolgt werden,

wenngleich die Wahrscheinlichkeit für eine allenfalls geringe mögliche

Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aussichten spricht. Ein weiteres

Thema der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des wichtigsten

deutschen Wirtschaftsbarometers, des ifo-Geschäftsklimas sein. Dieses wird

voraussichtlich eine weitere Erholung anzeigen. Und am Freitag ist dann

endlich der Austrittstermin des Vereinigten Königreichs aus der EU erreicht

und damit der Beginn eines neuen Kapitels britischer und europäischer

Geschichte.

 

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