Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Frohes neues Börsenjahr?

 

Frankfurt, 3. Januar 2020

 

Nach dem grandiosen Börsenjahr 2019 wäre es für die Aktienmärkte

hilfreich, wenn eher ruhigere Töne in der Geopolitik angeschlagen würden

und die Konjunkturindikatoren wieder etwas mehr Zuversicht ausstrahlen.

Dazu passen die Verlautbarungen von US-Präsident Trump, Mitte Januar

ein erstes Handelsabkommen mit China unterzeichnen zu wollen sowie

seine Reiseabsichten zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Sah dies

zunächst nach kooperativeren Schritten aus, so hat doch die amerikanische

Militärattacke im Iran die politische Risikowahrnehmung an den Märkten

schlagartig wieder anspringen lassen. Der schwelende Konflikt in der

Region könnte mit weiteren Eskalationen zumindest kurzfristig eine

Belastung für die Aktienmärkte werden.

 

Freundliche Konjunktursignale gewünscht

 

Für das neue Jahr spielen an den Finanzmärkten die

Konjunkturperspektiven eine zunehmende Rolle. Denn die Erwartungen,

dass eine Rezession vermieden wird, sollten Bestätigung finden. Zur

Veröffentlichung steht insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht an, der

ebenso wie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe von

Robustheit zeugen dürfte. Die deutschen Produktionsdaten fallen für

November zwar leicht positiv aus, ändern aber nichts an der Schwäche in

der Industrie. Weder für die Aktien- noch für die Zinsmärkte sind

wesentliche Impulse von den Inflationsdaten in Euroland abzusehen. Die

Geopolitik dürfte kommende Woche die Märkte eher bewegen.

 

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