Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Die US-Notenbank hat sich entschieden

Frankfurt, 22. März 2019

Konjunkturindikatoren hatten es diese Woche schwer, an den
Finanzmärkten durchzudringen. Unerfreulich sind die am Freitag
gemeldeten deutlichen Rückgange bei den europäischen
Einkaufsmanagerindizes dennoch. Hingucker war indes die amerikanische
Notenbank: Die Fed hat sich entschieden, den amerikanischen Leitzins in
diesem Jahr nicht mehr anzuheben. Auch die Reduzierung der
Zentralbankbilanz soll schon ab Oktober eingestellt werden. Die Anleihenund
Devisenmärkte reagierten lehrbuchmäßig auf diesen ersten Schritt
einer geldpolitischen Normalisierung: Die Renditen kurzläufiger
Staatsanleihen gaben nach und der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro.
Damit trägt die Notenbank den vielen Risikothemen Rechnung. Die
Aktienmärkte kamen letztlich eher uneinheitlich durch die Woche.

Kaugummi-Strategie beim Brexitvorgehen
Man mag kaum mehr zusehen, aber sowohl der Brexit als auch die
Handelsgespräche zwischen den USA und China ziehen sich wie Kaugummi
in die Länge. Damit lösen sich die Risikothemen eben auch nicht schon
bald auf, die Unsicherheiten bleiben für die Börse erhalten. Einmal mehr
stehen in den nächsten Tagen die Abstimmungen im britischen Parlament
im Fokus. Die eigentliche Deadline, der 29. März, ist zwar mit dem jüngsten
EU-Gipfel Makulatur geworden, nun ist der 12. April der neue 29. März. Am
Montag könnte zunächst aber das ifo Geschäftsklima die Stimmung am
Frankfurter Börsenparkett vorgeben, Rückgänge sind hier wahrscheinlich.

Ihr Ansprechpartner
Michael Sambeth
Leiter Marketing
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