EZB schickt Renditen in den Keller

Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Frankfurt, 8. März 2019

Überraschung am Donnerstag beim Zinsentscheid der Europäischen
Zentralbank (EZB): Nicht, dass die Leitzinsen angepasst worden wären.
Jedoch hat die EZB ihre Projektionen für das Wirtschaftswachstum und die Inflationsrate deutlich nach unten korrigiert und geht deshalb auch von einer langsameren Annäherung an das Inflationsziel von 2 Prozent aus. War dies tendenziell so erwartet worden, ließen neue langfristige Refinanzierungsgeschäfte die Renditen an den Rentenmärkten fallen. Auch der Euro notierte schwächer. Die Konjunktursorgen sind bei den Notenbanken jüngst gestiegen, obwohl die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten keineswegs einheitlich ausgefallen sind. Positiv zu erwähnen sind hier insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Gegenüber der Industrie sieht es bei den Dienstleistern ordentlich aus.

Nächste Abstimmungsrunde zum Brexit
Jetzt haben die britischen Parlamentarier es wieder einmal in der Hand, den Brexit termingerecht zum 29. März zu vollziehen. Dafür müssten sie am Dienstag dem ‚Deal‘ mit der EU zustimmen. Dies bleibt unwahrscheinlich, denn die Anpassungen am ‚Deal‘ seit der letzten Ablehnung waren eher kosmetischer Natur. Daher wird an den beiden folgenden Tagen wohl derart weiter abgestimmt, bis es vermutlich zu einer Verschiebung des Austrittstermins kommt. Die Unsicherheit für die Märkte zieht sich in die Länge, aber ein harter Brexit wird unwahrscheinlicher.
Dennoch dürfte die aktuelle Konjunkturskepsis der Notenbanken die Börsen weiterhin beschäftigen.

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