Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der  DekaBank, das Wertpapierhaus der Sparkassen

Aktien im Rückwärtsgang

Frankfurt, 15. Mai 2020

Der Rückschlag folgte auf dem Fuße: In dieser Woche schalteten die

Aktienmärkte auch wieder mal in den Rückwärtsgang. Überschattet wurde das

Börsengeschehen einmal mehr mit den Sorgen über den weiteren Verlauf der

wirtschaftlichen Erholung. Die schwierige Aufgabe für die Volkswirtschaften

liegt jetzt darin, soviel Öffnung wie möglich zuzulassen, aber einen zweiten

Lockdown – im Herbst – zu vermeiden. Den meisten aktuellen

Konjunkturprognosen liegen durchaus auch wieder einmal Verschärfungen der

Beschränkungen auf lokaler Ebene, aber keine komplette Schließung der

Wirtschaft – wie gerade erlebt, zugrunde. Eine zweite Besorgnis gilt der Frage,

wann der Konsum wieder zurück kommt. Verängstigte Konsumenten und

vorsichtige Unternehmen können die wirtschaftliche Erholung sehr zäh

gestalten. Hier sollen Programme zur Konjunkturankurbelung im kommenden

Jahr nachhelfen.

Zahlen-Tsunami geht weiter

Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal, die nun aus

verschiedenen Ländern einlaufen, zeugen von den historischen Einbrüchen

durch die Corona-Krise. Dies ist jedoch soweit bekannt und auch, dass die

Zahlen für das zweite Quartal nochmals schlechter ausfallen dürften, haben

die Finanzmärkte bereits geschluckt. Mehr Informationsgehalt versprechen da

die neuesten Stimmungsumfragen, die in der kommenden Woche

veröffentlicht werden. Sie dürften allerdings nur begrenzte Erleichterung

signalisieren, denn die Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben ja

gerade erst begonnen.

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